Jetzt sind die Schweine dran! Nach dem unglaublichen Erfolg von Angry Birds und dem Versuch, mit Amazing Alex neue Wege zu gehen, besinnt sich Rovio Entertainment auf die Zeit der Vögel und Schweine zurück. Die grünen Tiere mit der Steckdosennase bekommen ihr eigenes Spiel. Es geht nicht darum, den Vögeln das Leben schwer zu machen, wohl aber dem Spieler. Kann Bad Piggies an die Erfolge von Angry Birds anknüpfen oder präsentiert sich hier nur ein Spiel von vielen?
Gameplay
Bad Piggies erinnert von Beginn an an einen Physikbaukasten. Ziel ist es, Transportmittel für Schweine zu bauen, die sie sicher ins Ziel bringen. Es kommt auf Geschwindigkeit an, auch wenn der schnellste Weg nicht immer der Beste ist. Um drei Sterne pro Level zu erreichen, bedarf es mehr, als nur ins Ziel zu kommen. In den verschiedenen Leveln werden unterschiedliche Zusatzaufgaben gestellt. Mal muss man kopfüber ins Ziel, mal unter einer bestimmten Zeit und auch die Verwendung der Bauteile findet ihre Berücksichtigung. Als Belohnung wartet im Ziel ein Teil einer Schatzkarte.
Zwei Hauptkapitel sind zum Start verfügbar. Ground Hog Day spielt sich zum größten Teil am Boden ab, When Pigs Fly fordert fliegerische Ingenieurskünste. 36 normale Level stehen pro Kapitel zur Verfügung. Erreicht man in jeweils vier Leveln eine bestimmte Anzahl von Sternen, schaltet man die Mechanikerlevel frei. Diese haben es noch einmal in sich und sind eine ganze Ecke schwerer als die normalen Level.
Außerdem gibt es noch die Sandbox. Hier stehen sehr viele Bauteile zur Verfügung und es gibt pro Level 20 Sterne zu verdienen. Spielt man die normalen Level, schaltet man weitere Teile für die Sandbox frei. Eine Beschäftigung damit empfiehlt sich also möglichst erst gegen Ende des Spiels.
Was bei Angry Birds die goldenen Eier waren, sind bei Bad Piggies die Totenschädel. Sammelt man alle, erhält man noch einmal ein zusätzliches Sandbox-Level. Es ist also für genügend Aufgabenstellungen gesorgt und somit für eine langfristige Beschäftigung.
Die Gefährte zu bauen, gestaltet sich sehr einfach. Die einzelnen verfügbaren Teile, sie variieren in den Leveln, werden am unteren Bildschirmrand angezeigt. Diese kann man im einen Gitter ablegen. Zuletzt muss noch das Schwein platziert werden und schon geht die Reise los. Anfangs hat man mehrere Möglichkeiten, ein Level abzuschließen. Mit zunehmender Dauer steigt jedoch der Schwierigkeitsgrad und man muss gut überlegen und probieren, bevor man ein Level perfekt abschließt.
Neben Holzrahmen und Rädern, stehen auch verschiedene interaktive Helfer zur Verfügung. Mit Kohlensäure gefüllte Flaschen, Blasebalge, Ballons und TNT-Kisten. Diese kann man während der Fahrt aktivieren und so das Schwein in die richtige Richtung lenken. Es ist übrigens nicht nötig, dass das gesamte Gefährt im Ziel ankommt. Lediglich die Schweine müssen die Ziellinie überqueren. Sie zeigen sich in Bad Piggies deutlich robuster als in Angry Birds.
Kommt man einmal nicht weiter, kann man den Mechaniker zur Hilfe rufen. Dieser zeigt, wie man das Gefährt am besten baut. Umsonst ist dessen Hilfe aber nicht. Zehn Mechaniker Einsätze kosten 1,99 Dollar, 35 gibt es für 5,99 Dollar und 65 Hilfen gibt es für 9,99 Dollar. Wie die Preise in Euro aussehen, gilt es herauszufinden. Im Test führte ein Anklicken der Käufe zwar in den Play Store, dort blieb die entsprechende Seite aber grau. Drei Hilfen kann man sich gratis ergattern, indem man Bad Piggies auf Facebook liked.
Das Spiel spielt sich sehr flüssig, auch wenn man ab und zu etwas länger zum Nachdenken braucht. Durch die interaktiven Elemente ist es auch nicht langweilig, wenn man das Fahrzeug gebaut hat und dann zusieht, wie sich das Schwein auf die Reise macht. Das Spiel fordert also die ganze Zeit die Aufmerksamkeit des Spielers.
Grafik und Sound
Grafisch erinnert das Spiel an Angry Birds. Man geht hier kein Risiko ein und verlässt sich auf Bewährtes. Die Level sind durchdacht und gut designt. Es gibt viele bekannte Elemente, jeder der schon einmal Angry Birds gespielt hat, fühlt sich sofort zu Hause. Auch die Baumaterialien orientieren sich an den Gegenständen von Angry Birds. Beim Sound geht die Verknüpfung zu Rovios großem Vogel-Streich weiter. Eine eingängige Melodie und Geräusche, wie man sie kennt. Nichts Neues, aber dafür eben auch nichts Schlechtes.
Steuerung
Die Steuerung ist gelungen. Trotz der komplexen Aufgaben, ein Fahrzeug bauen zu müssen, geht dies schnell von der Hand. Teile werden per Drag & Drop platziert, ein Antippen der Teile ändert deren Ausrichtung. Hat man sich verbaut, zieht man das Teil einfach weg oder setzt ein anderes an diese Stelle. Ist das komplette Fahrzeug nichts geworden, kann man auch alles mit einem Tap wieder löschen. Die Buttons zum Auslösen der verschiedenen Gegenstände während eines Laufs sind groß genug und weisen auch eine entsprechende Kennzeichnung auf. So verwechselt man diese nicht und löst auch nur den Effekt aus, den man haben möchte.
Fazit
Bravo, Rovio! Bad Piggies ist ein sehr gelungenes Spiel. Es bringt eine ordentliche Portion Herausforderung, ohne auf Altbewährtes zu verzichten. Das Spielprinzip ist völlig anders als bei Angry Birds, dennoch fühlt man sich sofort in die typische Angry Birds-Atmosphäre hineinversetzt. Der Schwierigkeitsgrad ist ausgewogen. Zum Erreichen eines Sterns ist nicht viel nötig, will man alle drei Sterne pro Level, muss man sich anstrengen.
Die Level bieten viel Abwechslung und werden sicher nicht so schnell langweilig. Das ist wohl ein weiterer Titel, bei dem mit vielen Updates mit neuen Leveln zu rechnen ist. Einziger Kritikpunkt ist, dass es nur eine kostenlose, mit Werbung bestückte Version des Spiels gibt.
Bad Piggies kann kostenlos im Google Play Store für Smartphones und Tablets geladen werden. Als Testgerät kam ein Samsung Galaxy Nexus zum Einsatz.
Wie findet Ihr Bad Piggies? Gefällt Euch das Spielprinzip oder hättet Ihr lieber weiter mit Schleuder und Vögeln gespielt?
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