Tastatur auswählen und als Eingabemethode festlegen
Eine andere Tastatur wird unter Android zunächst als App installiert und anschließend als Eingabemethode freigegeben. Erst die Auswahl als aktuelle Tastatur legt fest, welche Anwendung beim Schreiben erscheint. Die Installation allein ersetzt die bisherige Eingabe deshalb nicht zuverlässig. In den Systemeinstellungen führt die Suche nach Tastatur oder Bildschirmtastatur zum passenden Bereich; Bezeichnungen und Anordnung unterscheiden sich je nach Herstelleroberfläche und Android-Version.
Mehrere freigegebene Tastaturen können nebeneinander installiert bleiben. Der Wechsel erfolgt je nach Oberfläche über ein Tastatursymbol, eine Schaltfläche im Navigationsbereich oder die Systemeinstellungen. Die vertraute Tastatur sollte verfügbar bleiben, bis die neue Eingabe auch bei Kennwörtern, Suchfeldern und Nachrichten funktioniert. Ein anderes Erscheinungsbild auf dem Sperrbildschirm bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Auswahl verloren gegangen ist: Die Geräteentsperrung kann eine eigene Eingabeoberfläche verwenden.
Android warnt bei der Aktivierung vor dem möglichen Erfassen von Eingaben. Diese Meldung beschreibt die besondere Aufgabe einer Tastatur und ist kein Nachweis schädlichen Verhaltens. Für die Auswahl zählen ein nachvollziehbarer Anbieter, gepflegte Software und verständliche Angaben zur Datenverarbeitung. Ein ansprechendes Design oder viele Zusatzmotive sagen nichts darüber aus, wie sorgfältig eine App mit eingegebenem Text umgeht.
Layout und Schreibsprachen getrennt einstellen
Die Tastatursprache muss nicht mit der Sprache des Android-Systems übereinstimmen. Ein deutsch bedientes Smartphone kann beispielsweise ein englisches Wörterbuch oder mehrere Schreibsprachen verwenden. In den Einstellungen der jeweiligen Tastatur stehen dafür Sprachpakete und Layouts bereit. Welche Kombinationen verfügbar sind, hängt von der App ab. Der Wechsel der Schreibsprache übersetzt weder vorhandene Nachrichten noch die Menüs anderer Anwendungen.
Das Layout bestimmt die Anordnung der Tasten, das Wörterbuch beeinflusst dagegen Vorschläge und Korrekturen. QWERTZ und QWERTY unterscheiden sich unter anderem bei der Position von Z und Y. Auch Umlaute, Sonderzeichen und die Zahlenreihe können anders erreichbar sein. Ein Layout sollte deshalb anhand gewöhnlicher Nachrichten, Namen und benötigter Zeichen geprüft werden, statt nur anhand des Vorschaubilds in den Einstellungen.
Manche Tastaturen erkennen mehrere Sprachen innerhalb eines Textes, andere erwarten einen ausdrücklichen Wechsel. Zu viele aktive Wörterbücher können unpassende Vorschläge begünstigen. Falls die Eingabe regelmäßig Wörter aus der falschen Sprache anbietet, hilft zunächst eine bewusst gewählte Sprache. Bei angeschlossener Hardwaretastatur kann zusätzlich eine eigene Layoutzuordnung nötig sein; die Anordnung der Bildschirmtastatur legt die Belegung einer externen Tastatur nicht immer fest.
Wischen, Vorschläge und automatische Korrektur abstimmen
Beim Wischschreiben bleibt der Finger auf der Tastatur und verbindet ungefähr die Buchstaben eines Wortes. Die Software deutet den Verlauf mithilfe ihrer Sprachmodelle und Wörterbücher. Das Verfahren ist auf erkannte Wörter ausgerichtet. Ungewöhnliche Familiennamen, Abkürzungen und technische Kennungen lassen sich häufig eindeutiger durch einzelne Tastendrücke eingeben. Ob Wischschreiben verfügbar ist, hängt auch vom gewählten Layout und der unterstützten Sprache ab.
Wortvorschläge und Autokorrektur erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Eine Vorschlagsleiste bietet mögliche Wörter zur Auswahl, während die Autokorrektur eine Eingabe selbstständig ersetzt. Viele Tastaturen erlauben getrennte Einstellungen. Bei unerwünschten Ersetzungen kann deshalb die automatische Korrektur entfallen, ohne jede Schreibhilfe abzuschalten. Ein kurzer Probetext mit Eigennamen, zusammengesetzten Wörtern und Satzzeichen zeigt, welche Funktion tatsächlich eingreift. Die Bezeichnungen der Schalter unterscheiden sich zwischen Tastatur-Apps.
Nicht jede sichtbare Ergänzung stammt von der Tastatur. Browser zeigen Suchvorschläge, Formulare gespeicherte Angaben und Passwortmanager Anmeldedaten an. Auch eine Rechtschreibprüfung kann separat arbeiten. Bleibt ein Vorschlag nach dem Abschalten der Tastaturhilfe bestehen, muss deshalb seine Herkunft geprüft werden. Das Entfernen eines Tastaturwörterbuchs löscht weder den Browserverlauf noch hinterlegte Adressen eines Autofill-Dienstes. Diese Trennung verhindert unnötige Zurücksetzungen anderer Einstellungen.
Gelernte Wörter gezielt entfernen
Ein persönliches Wörterbuch und automatisch gelernte Schreibgewohnheiten sind nicht dasselbe. Im Wörterbuch stehen häufig ausdrücklich hinzugefügte Begriffe oder Kürzel. Daneben kann die Tastatur aus wiederholten Eingaben eigene Vorschläge ableiten. Ein unerwünschter Name muss daher nicht im sichtbaren Wörterbuch auftauchen. Je nach App lässt sich ein einzelner Vorschlag durch längeres Berühren entfernen; bei Gboard kann ein angebotener Vorschlag zum Papierkorb gezogen werden.
Für einen umfassenderen Neustart bieten manche Tastaturen das Löschen erlernter Wörter und Daten an. Bei Gboard liegt diese Funktion im Datenschutzbereich der Tastatureinstellungen; die genaue Benennung kann sich mit der App-Version ändern. Vorher ist zu prüfen, ob bewusst angelegte Wörterbucheinträge gesondert verwaltet werden. Das Löschen lokaler Lerndaten ist außerdem nicht gleichbedeutend mit dem Entfernen bereits übermittelter Informationen aus einem Onlinekonto.
Das Leeren des App-Caches ist kein verlässlicher Weg, persönliche Vorschläge zurückzusetzen. Cache-Dateien dienen vor allem als temporäre Arbeitsdaten. Das Löschen des gesamten App-Speichers greift weiter und kann Sprachen, Layouts und andere Einstellungen zurücksetzen. Die gezielte Löschfunktion der Tastatur ist deshalb leichter überschaubar. Falls ein Begriff anschließend wieder erscheint, kommen auch das allgemeine Wörterbuch, neu gelernte Eingaben oder Vorschläge der verwendeten App als Ursache infrage.
Zwischenablage und angeheftete Einträge kontrollieren
Die Android-Zwischenablage hält kopierte Inhalte zum Einfügen bereit. Manche Tastaturen ergänzen einen eigenen Verlauf, in dem mehrere Texte gesammelt werden. Ein solcher Verlauf ist eine zusätzliche Speicherfunktion und nicht bloß die sichtbare Darstellung des zuletzt kopierten Textes. Er kann beispielsweise Adressen, Nachrichtenausschnitte oder Zugangsdaten enthalten, wenn diese zuvor kopiert wurden. Die angebotenen Speicher- und Löschmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Tastatur.
Angeheftete Einträge sind für wiederkehrende Texte praktisch, können aber länger erhalten bleiben als gewöhnliche Verlaufseinträge. Eine automatische Bereinigung der Systemzwischenablage garantiert daher nicht, dass auch sämtliche Kopien im Tastaturverlauf verschwinden. Sensible Inhalte sollten dort gezielt entfernt werden, einschließlich angehefteter Texte. Ein neu kopiertes harmloses Wort ersetzt zwar den aktuellen Zwischenablageinhalt, bereinigt jedoch keinen unabhängig geführten Verlauf.
Neuere Android-Versionen beschränken den Zugriff auf die Zwischenablage; die aktive Standardtastatur besitzt dabei eine besondere Rolle. Diese Schutzmaßnahmen machen aus einem Tastaturverlauf keinen sicheren Passwortspeicher. Für wiederkehrende Anmeldungen ist die vorgesehene Autofill-Funktion eines vertrauenswürdigen Passwortmanagers geeigneter. Auch beim Teilen des Bildschirms verdient die Vorschlagsleiste Aufmerksamkeit: Sichtbare Zwischenablageeinträge können Inhalte offenlegen, ohne dass gerade eine Nachricht eingefügt wird.
Welche Informationen die Tastatur verarbeiten kann
Die aktive Tastatur verarbeitet Zeichen, die über sie eingegeben werden, und kann über die Verbindung zum aktuellen Textfeld auch Text in der Umgebung des Cursors erhalten. Daraus folgt kein allgemeiner Zugriff auf sämtliche Dateien oder alle Nachrichtenverläufe. Dennoch betrifft diese Position besonders persönliche Inhalte. Die Verschlüsselung eines Messengers setzt erst nach der Texteingabe an und verbirgt die Eingabe daher nicht vor der verwendeten Tastatur.
Ein als Passwort gekennzeichnetes Feld signalisiert der Tastatur, Vorschläge und Speicherung entsprechend einzuschränken. Das ist kein Schutz vor einer absichtlich schädlichen Tastatur, die ihre eigenen Tastendrücke erfasst. Auch ein angebotener Inkognitomodus beschreibt zunächst das Verhalten der jeweiligen App. Er ersetzt weder die Prüfung des Anbieters noch eine verständliche Erklärung, welche Funktionen lokal arbeiten und welche Daten an Server übertragen werden.
Diktat, Übersetzung, Suche und andere Onlinefunktionen können andere Verarbeitungswege nutzen als gewöhnliches Tippen. Eine lokal arbeitende Wortvorhersage bedeutet deshalb nicht, dass sämtliche Zusatzfunktionen offline bleiben. Mikrofonzugriff ist für reine Tasteneingabe nicht erforderlich; für Spracheingabe kann er nötig sein. Bei der Prüfung der Datenschutzeinstellungen sollten Lernfunktionen, Diagnosedaten und freiwillige Datenspenden getrennt betrachtet werden, weil das Abschalten einer Option nicht automatisch alle anderen Verarbeitungen beendet.