Amazon überrascht mit der Ankündigung, eine eigene 3D-Engine anbieten zu wollen. Kostenlos, für jedermann zugänglich. Die Nachteile und Hintergründe werden hier vorgestellt.
Wer ab und an Games spielt, ist sicher schon das ein oder andere Mal über den Namen Crytek gestolpert. Das Unternehmen aus Frankfurt am Main zeichnet sich seit Gründung es Studios durch grafisch extrem aufwändige Spiele aus, von denen Far Cry und Crysis die bekanntesten sind. In der Hinterhand hatte das Studio bislang mehrere Versionen der hauseigenen Grafiktechnologie Cry Engine, welche – neben einigen Verkaufserfolgen – die Macher zu riskanten Geschäften trieb. Das Ende vom Lied: Das Unternehmen stand kurz vor dem Bankrott, musste einige Studioteile schließen und Marken sowie Technologie abtreten. Die Cry Engine, so viel ist jetzt klar, wurde von keinem anderen Unternehmen als Amazon aufgekauft. Jeff Bezos‘ Firmenimperium muss eine ordentliche Summe hingeblättert haben – möchte die Technologie aber komplett kostenlos anbieten und verbreiten.
„Kostenlos“ bedeutet bei Amazon aber nie „frei von Kosten“, sondern lediglich, dass der Geldbeutel geschont wird. Und so wird Lumberyard – die in vielen Aspekten ordentlich aufgebohrte Cry Engine – einige Grenzen setzen. Für Mehrspielertitel etwa müssen Amazon-Server angemietet werden, den Gebrauch anderer Rechnerfarmen verbieten die AGBs. Letztlich möchte Amazon einfach im Nachgang kassieren, wie dies auch bei Fire OS der Fall ist. Randnotiz: Wird ein Einzelspielerspiel entwickelt, so kostet Lumberjack keinen Cent, was Konkurrenz wie Unreal Engine 4 einige (potentielle) Kunden kosten dürfte.
Lumberyard ist derzeit nur für „große“ Plattformen wie Windows-PC, PlayStation 4 und Xbox One verfügbar, Amazon plant aber eigenen Angaben zufolge, in den kommenden Monaten Schnittstellen, um Lumberyard auf mobilen Plattformen, darunter Android, lauffähig zu machen. Da die Rechenleistung von Smartphones und Tablets noch immer rasant steigt, könnte Lumberyard eindrucksvolle Ergebnisse auf die kleinen Bildschirme zaubern.
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