Rund drei Wochen nach dem Start des Amazon Appstores gerät die Preispolitik des Online-Versandriesen in die Kritik: Im Kampf um die beste Marktposition verkauft Amazon viele Spiele zu unnötig niedrigen Dumpingpreisen – den Schaden haben die Entwickler.
Die werden nämlich ohne Not um ihre Einnahmen aus dem boomenden Geschäft mit den Android-Apps gebracht. Das moniert zumindest die International Game Developers Association (IGDA), eine Gruppe von Spiele-Entwicklern, die in einer E-Mail an ihre Mitglieder das Preisdumping von Amazon scharf kritisiert hat.
Demnach zwingt Amazon seine Mitglieder dazu, die Preise für ihre Apps permanent zu senken, sobald diese auch in anderen Portalen gesenkt werden – auch wenn es sich dabei nur um vorübergehende Ermäßigungen handelt. Auch Spiele, die sich ohnehin gut verkaufen, würden im Preis gesenkt und so unter Wert verkauft.
Damit trage Amazon, so die Gruppe, seinen Kampf um die Marktführerschaft auf dem Rücken der Entwickler aus: “Amazon has little incentive not to use a developer’s content as a weapon with which to capture marketshare from competing app stores.”
Der Dumping-Zwang hat bei Amazon anscheinend Methode: Vergangenes Jahr gingen einige Buchverlage auf die Barrikaden, weil Amazon, so der Vorwurf, mit seiner Niedrigpreis-Politik für den Kindle E-Reader den Wert von Büchern schmälere. Letzten Monat geriet der Versandriese dann in die Kritik, als das Unternehmen seinen Cloud Service startete, ohne vorher mit den großen Plattenlabels über lizenzrechtliche Fragen zu sprechen.
Es scheint, als sei Amazon sich seiner Sache sehr sicher, ganz nach dem Motto: Wenn Amazon erstmal Marktführer ist, werden sich die anderen schon fügen – die haben dann nämlich gar keine andere Wahl als mit Amazon zu kooperieren.
[via Reuters]