Es besteht Interesse an allem, was irgendwie mit Technik zu tun hat. Der 2Droid hingegen hat – abgesehen vom Namen – nichts mit der großen Software-Plattform oder den Devices zu tun.
Der 2Droid sieht aus wie ein missratenes Skateboard – ist aber tatsächlich ein spaßiges Sportgerät, das vieles neu denkt. (Bild: Cat Berlin)
Die Vorstellung des 2Droid hat dennoch zwei Gründe. Zum ersten werden Sportgeräte und Gadgets, die aus dem Rahmen fallen, geschätzt – ein Test des LG-Gaming-Monitors erfolgte ebenfalls. Zum zweiten ist der Hersteller Cat aus Berlin seit einigen Jahren bekannt, und Produkte von diesem wurden bereits vorgestellt. Der 2Droid allerdings… hui, dieser war dann doch neu und verdammt anders.
Für all jene, die das Gerät noch nicht kennen: Der 2Droid ist eine motorisierte und mit Strom angetriebene Fortbewegungsmöglichkeit, die dem bekannten Segway nicht unähnlich ist. Ein Lenker, der zum Festhalten und zur Steuerung dient, ist beim 2Droid nicht vorhanden. Stattdessen erfolgt die Steuerung, indem sich aufgestellt und leicht nach vorn oder hinten gelehnt bzw. die Füße „ankippt“ werden. Da jeder Fuß und seine Gewichtsverlagerung einzeln erfasst wird, ergibt sich neben dem Vor- und Zurückfahren auch die Möglichkeit zu wenden, etwa indem der linke Fuß nach vorne geneigt und der rechte neutral gehalten wird, um einen Bogen rechtsherum zu fahren.
Ersteindruck und Verarbeitung
Der 2Droid wiegt etwas mehr als neun Kilogramm. Entsprechend groß und massiv ist der Karton. Beigepackt wurden dem 2Droid eine Anleitung und das Ladekabel samt Trafo – das mag spartanisch wirken, reicht aber zu. Die Verarbeitung des 2Droid kann als exzellent bezeichnet werden. Die vollgummierten Räder, die ebenfalls aus Gummi gefertigten Standflächen und die Plastikverschalung hinterlassen einen soliden Eindruck, der sich später im Test noch bestätigen sollte. So zerkratzte der Kunststoff nicht, als das Gerät dann doch einmal absichtlich am Bordstein entlangschabte, oder es den Fahrer abwarf. Der An-Aus-Knopf ist auf der Rückseite direkt neben der Ladebuchse angebracht, zwei Anzeigen auf der Oberseite zeigen an, ob der Winkel zu steil ist und wie der Ladestand des Akkus ist. Neben den optischen Signalen kommen akustische hinzu, ein kurzes, mehrfaches Piepen macht auf einen zu steilen Winkel oder entleerte Batterien aufmerksam. Dann muss der 2Droid neu ausgerichtet werden oder an die Steckdose.
So schnell lernt man das Fahren
Befremdlich wirkt es schon, sich auf die Plattform zu stellen und anfangs nur einmal die Balance zu finden. Die Anleitung hilft mit praktischen Tipps: Abstützen an der Wand, zunächst nur einen Fuß aufstellen und mit diesem die Balance finden, so dass der 2Droid nicht versucht, in eine Richtung zu rollen. Ist diese neutrale Position gefunden, wird der zweite Fuß aufgesetzt und die Balance gehalten. Damit ist schon mehr als die Hälfte dessen gelernt, was es braucht, um das Gerät zu steuern. Der Rest ist reine Übungssache, und binnen 15 Minuten erledigt.
Mehr als eine Viertelstunde brauchte niemand aus dem Freundes- und Kollegenkreis, um sich mit dem 2Droid anzufreunden. Schon flitzten die Nutzer durch die örtliche Mall, die Einkaufszeile unter freien Himmel oder den Großen Garten in Dresden. Die maximal erreichbaren 10 km/h sind flott genug, um trotz alledem eine gewisse Ehrfurcht vor dem Gefährt zu besitzen. Zumal jede noch so kleine Unebenheit spürbar ist. Ist das Vertrauen – und die Vorsicht selbstredend – groß genug, können kleinere Hindernisse ohne weiteres genommen werden.
Stören Bodenwellen oder kleine Erhebungen wie Schwellen und Teernähte im Straßenpflaster, kann alternativ auf den mit Luftreifen ausgestatteten 2Droid XL umgesattelt werden, der eine noch ausgeglichenere und ruhigere Lage besitzt.
Die kleinen Details des 2Droid
Lässig? Es ist fraglich, ob auch in einer Mall mit dem 2Droid gecruist werden darf, ein Blickfang ist das Gerät aber immer. (Foto: Cat Berlin)
Nach fast 20 Kilometern sind die Akkus leer und müssen geladen werden – das klappt mit dem beigelegten Netzteil innerhalb von nur einer Stunde, was sowohl zwischendurch als auch in penibler Vorbereitung auf eine Tour angemessen kurz ist. Der 2Droid hat jedoch auch einige Einschränkungen: Kinder unter 14 Jahren sollten hiermit nicht fahren, über 100 Kilo sollte das Gewicht nicht betragen und für den Straßenverkehr ist das Gerät nicht zugelassen. Schlimm? Keineswegs, der 2Droid orientiert sich vornehmlich an sportlich Aktiven, die das Fahrradfahren leid sind und etwas Neues ausprobieren möchten. Empfehlenswert ist daher die Nutzung des Geräts auf asphaltierten Wanderwegen oder im Park – und der 2Droid wird garantiert zum Blickfang.
Eingegangen wird noch auf die Negativpresse, die der 2Droid hier und da bekam. Das getestete Gerät entsprach der ersten Revision des Geräts. Die zuvor etwas schwachen und unzuverlässigen Akkus wurden durch Hochleistungszellen aus dem Hause Samsung ausgetauscht, die Elektromotoren einer Generalüberholung unterzogen. Die Geschwindigkeit ist auf 10 km/h (bei theoretisch 20 km/h, die die Motoren bieten können) gedrosselt.
Fazit
Cruisen im Sommer? Mit dem Cat 2Droid steht dieses Jahr eine Fortbewegungsmöglichkeit offen, die so viel anders, faszinierend und intuitiv ist, dass man es kaum in Worte fassen kann. Nur wenige Minuten nach dem ersten Ausprobieren des 2Droid fahren Nutzer souverän über Bürgersteige und Wanderwege, vollziehen beeindruckende Pirouetten und trainieren ihre Waden. Auch nach über 300 km (!) im Dauertest ist die Freud an dieser Art der Fortbewegung nicht verflogen und das Gerät noch genauso gut in Schuss wie unmittelbar nach dem Auspacken. Es wird daher herzlichst empfohlen, das Sportgerät einmal selbst auszuprobieren oder zu kaufen. Erhältlich ist es im Online-Shop von Cat Berlin oder auch über den MediaMarkt. Der 2Droid ist jeden Cent wert.
PRO
- Intuitive Steuerung und schneller Einstieg
- Zuverlässige Technik
- Exzellente Verarbeitung
Contra
- Hohes Gewicht
- Keine luftbefüllten Reifen