Britischen Forschern ist es gelungen, ein LED-Display auf Graphen-Basis zu entwickeln, das in Smartphones und Tablets verbaut werden könnte.
Wundermaterial: Wenn über Graphen berichtet wird, sind Superlative meist nicht weit. Das nimmt angesichts seiner Eigenschaften nicht weiter wunder: Das 2D-Kristall besteht aus nur einer Lage Kohlenstoffatome, leitet Strom, ist transparent und reißfester als Stahl. Frank Schätzing diente es in seinem Roman “Limit” als technische Voraussetzung für einen Weltraumfahrstuhl.
Schematische Darstellung der Struktur (Bildquelle: www.manchester.ac.uk)
Forschern an der Universität von Manchester gelang nun die Entwicklung eines halbtransparenten LED-Displays, indem sie mehrere Lagen verschiedener Graphenkristalle kombinierten. Die neu geschaffene Komponente sei lediglich 10 bis 40 Atome dick, heißt es in der Meldung auf der Webseite der Universität.
Freddie Withers, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts, sagte: “Weil unser neuer LED-Typ aus nur wenigen Lagen von 2D-Materialien besteht, sind sie flexibel und transparent. Wir stellen uns vor, dass sich aus dieser Arbeit eine neue Generation optoelektronischer Geräte ableitet, von einfachen transparenten Leuchten und Lasern bis hin zu komplexeren Anwendungsbereichen.” Optoelektronik bezeichnet Verfahren und Produkte wie Bildschirme, die elektrische Energie in Lichtemission umwandeln.
Besonders weist Extremetech auf die Stabilität des Materials hin, das in Manchester zum Einsatz kam. Das Forscherteam betont, die LEDs auf Graphene-Basis seien stabil und hätten über Wochen Licht abgegeben.
Weil sie Licht zudem über ihre gesamte Oberfläche emittieren, könnte sich die Notwendigkeit einer Hintergrundbeleuchtung bei Displays reduzieren oder gleich ganz erledigen. Schon in diesem Forschungsstadium sei die Quantenausbeute mit der organischer LEDs vergleichbar. OLED-Displays setzt bislang vor allem Samsung im großen Stil bei seinen Smartphones ein. Im November hatte LG ein faltbares LCD-Display aus Plastik vorgestellt.
Geführt wird das Forscherteam übrigens von Sir Kostya Novoselov, dem es 2004 gemeinsam mit Andre Geim erstmals gelungen war, Graphen herzustellen und seine Eigenschaften zu erforschen. 2010 erhielten die beiden Wissenschaftler den Nobelpreis für ihre Arbeit.