Tolino: E-Book-Reader wird von Telekom abgestoßen

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E-Books versprechen viel: Unendlicher Lesegenuss wie auf Papier, eine große Bibliothek, faire Preise. Doch die Geräte verkaufen sich zäh, das Geschäft mit ihnen wird nach vielen Jahren geringer Verkaufszahlen zur Geduldsprobe.

Einem großen Unternehmen riss nun der Geduldsfaden: Der Deutschen Telekom. Von Anfang an war der Kommunikationsgigant an Bord, um das deutsche Produkt Tolino im Markt zu platzieren und einer Reihe von Partnern (darunter die ThaliaHugendubel und Weltbild) dabei zu helfen, das Gerät gegen den Kindle von Amazon bestehen zu lassen. Immerhin: Das Tolino-Portfolio verkauft sich besser als die Kindle-Geräte von Amazon – 45 zu 39 Prozent Marktanteil. Einen Erfolg bedeutet die

Entspannt in der Wanne ein Buch lesen? Klar, mit dem Tolino klappt das. Nur glaubt die Telekom nicht mehr ans Wachstum der Marke. (Foto: Presseseite der Thalia.de)

Entspannt in der Wanne ein Buch lesen? Klar, mit dem Tolino klappt das. Nur glaubt die Telekom nicht mehr ans Wachstum der Marke. (Foto: Presseseite der Thalia.de)

s nicht, im Gegenteil.

Von 2011 zu 2012 schoss der Marktanteil der E-Books am gesamten Büchermarkt von 0,8 Prozent auf 2,4 Prozent regelrecht in die Höhe. Schon wurde darüber fantasiert, das enorme Wachstum beibehalten zu können. 2015 waren es aber nur 4,5 % des Umsatzes des Gesamtbuchmarkts, die mit E-Books erzielt wurden. Der Markt hat seine Dynamik verloren, die Kunden lesen weiterhin lieber gedruckte Bücher. Dass digitale Werke oftmals bis zu 20% billiger angeboten werden, mag ein Anreiz sein, schmälert dafür jedoch die Gewinnmargen.

 

Abgestoßen werden die Telekom-Anteile an der Toline-Allianz an Rakuten. Das global agierende Unternehmen, dessen kanadische Tochtergesellschaft das Geschäft mit elektronischen Büchern verwaltet, agiert international und hat ein Interesse daran, mit Kobo und Tolino die Dominanz Amazons weiter einzudämmen. Eben weil das Kobo weltweit verfügbar ist und einen nicht unerheblichen Marktanteil besitzt, muss der Übernahme der Tolino-Anteile das Bundeskartellamt zustimmen.

Für Tolino-Kunden soll sich aber auch in Zukunft nichts ändern.

(Quelle: Pressemitteilung der Thalia)