Thailand: Klickfarm mit 474 iPhones ausgehoben

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Gefälschte Kundenrezensionen, Fake-Downloads, Fake-Klicks… das Internet verführt Kriminelle dazu, wesentliche Mechanismen auszuhebeln. Als die thailändische Polizei nach illegalen Einwanderern fahndete, stieß sie auf eine bemerkenswerte Wohnung…

Im Fokus stehen drei chinesische Staatsbürger im Alter von 25 bis 33 Jahren, denen in Thailand massiver Betrug vorgeworfen wird. Sie haben sich als Bauern versucht, nur leider nicht mit Nahrungsmitteln oder Nutzvieh, sondern verdingten sich mit einer Klickfarm. Diese wurde in einer ordinären Wohnung eingerichtet und beherbergte an die 500 iPhones, die in speziellen Regalen eingehangen waren. Über spezielle Kabel waren die manipulierten Smartphones vom Typ iPhone 4S, 5C und 5S mit Rechnern verbunden, die via USB-Verbindung automatisch auf Banner oder Like-Buttons „klicken“ konnten. Vorrangig wurde das Portal WeChat beeinflusst – bei 900 Millionen aktiven Nutzern eines der größen Social Media-Portale weltweit ein lukratives Ziel.

Auf Profildaten oder Zahlungsinformationen hatten es die Täter nicht abgesehen, stattdessen nutzten sie bestehende Algorithmen aus, um ihren Geschäftspartnern zu steigenden Werbeeinahmen zu verhelfen. Laut Medieninformationen soll das Trio dafür umgerechnet 4.000 Euro investiert haben, konnten die Farm aber nur runde drei Monate betreiben. Was an Gewinn abgefallen ist, ist unbekannt.

Interessanterweise wird der Betrug ihnen nicht aus diesem Grund vorgeworfen. Vielmehr haben es die drei Chinesen versäumt, die Einfuhrumsatzsteuer der importierten iPhones an den thailändischen Staat abzudrücken.Dass neben den 474 iPhones auch noch um die 350.000 SIM-Karten gefunden wurden (in Thailand ist Mobilfunk äußerst günstige) fällt da kaum ins Gewicht, wenngleich hier noch geklärt wird, ob die Männer ihre persönlichen Daten denn korrekt hinterlegt haben.

Alles in allem ein kurioser Fall.

(Quelle: mobilegeeks.de)