Sony Xperia XZ im Praxistest: Ein bisschen Liebe, ein bisschen Hass

Aus Z wird X, sonst ändert sich nix – könnte man meinen, wenn man Sonys Flaggschiff Xperia XZ zum ersten Mal sieht. Wir wären, die Ideenlosigkeit und abhanden gekommene Inspiration der vergangenen Jahre auch im XZ fortgeführt zu sehen. Tatsächlich aber entpuppt sich das Xperia XZ als eines der besten Telefone der Japaner seit Jahren.

Zur Verfügung gestellt wurde uns das Textexemplar von der Firma mobilcom. Das Gerät unterscheidet sich nicht von den im Handel frei verfügbaren Geräten, mit Ausnahme einiger Apps, die vorab installiert wurden. Getestet wurde mit installiertem Android 7.0 (Nougat) und dem Sicherheitspatch vom 1. Februar 2017.

Ersteindruck, Design und Verarbeitung

Sony wagte beim Design keine Experimente. Auf den ersten Blick ist das Xperia XZ von der eingestampften Z-Reihe nicht zu unterscheiden, es dominieren weiterhin der dicke Rahmen und die fetten Balken ober- und unterhalb des Displays, wenngleich die Gestaltung der Elemente noch ausgeglichener wirkt als die Jahre zuvor. Die Front ist bekannt: Oberhalb des Bildschirms befinden sich linkerseits die Selfie-Kamera, mittig der Lautsprecher und rechts davon der Infrarotsensor.

Die Notification-LED wurde in die linke, oberste Ecke des Gehäuses verbannt, direkt daneben befindet sich – fürs Auge unsichtbar – der NFC-Sensor.

Die Rückseite überrascht mit der klaren Anordnung der Hauptkamera und den Elementen darunter: Zwei Laser zur schnellen Fokussierung, außerdem eine Blitzlichtdiode. Während die linke Seite beim XZ blank blieb (vom SIM-Karten-Schlitten abgesehen) und die obere Seite nur vom 3,5-mm-Jack durchbrochen ist, wurden auf der rechten Gehäuseseite On/Off-Knopf (inkl. Fingerprintsensor), die Lautstärkewippe und der Kamera-Auslöser untergebracht. Und die USB-C-Buchse? Wurde dankenswerterweise nach unten verbannt – und damit eine der größten Schwachstellen älterer Sony-Geräte eliminiert.

Als die Ladebuchse noch linkerseits und direkt unter dem Displaypanel platziert war, grillte sie regelmäßig Xperia-Bildschirme. Unschöne Farbverfälschungen und Risse waren die Folge. Eine gute Entscheidung also.

Der Rahmen ist dank der Materialwahl und Krümmung handschmeichelnd. Keine eckigen Kanten, keine Grate oder unsauber verklebten Teile – hier passt alles und trotz der 5,2 Zoll Displaydiagonale ist das Xperia XZ kompakt. Dass es zudem extrem leicht ist, verdanken wir Sonys Materialwahl: Das Alkaleido-Metall ist härter und leichter als Aluminium und zugleich eine Augenweise. Im besonders schönen Blauton schimmert es grünlich, während die von uns reviewte schwarze Gehäuse-Variante einen interessanten matten Schein auf der Rückseite aufweist.

Inhalt und Zubehör

Wie üblich, packt Sony einiges an Zubehör bei. Garantieerklärung und Kurzanleitung werden flugs beiseite gepackt, als Headset legten die Japaner das Sony MH-750 bei, das sich durch gute Klangqualität und tolle Verarbeitung auszeichnet (trotz des geringen Stückpreises von unter sechs Euro im freien Verkauf). Eine Klemme für besagtes Headset und das USB-Ladekabel bestätigen das bis hierhin positive Bild der Beigaben, ehe ein kritischer Blick den USB-Ladeadapter studiert.

Die Beigaben und das XZ selbst. Der Inhalt ist quantitativ anegemessen, die Qualität könnte besser sein. (Foto: N-Droid.de)

Die Beigaben und das XZ selbst. Der Inhalt ist quantitativ anegemessen, die Qualität könnte besser sein. (Foto: N-Droid.de)

Mit nur 200 mAh liefert es viel zu wenig Saft, als dass Nutzer von der Schnellladefunktion des Xperia XZ profitieren würden. Natürlich könnt ihr ein passendes Netzteil auch fürs XZ verwenden – bei einem Stückpreis von rund 600 Euro für das Smart-Device wäre das passende Ladegerät mindestens angemessen, wenn nicht gar selbstverständlich gewesen.