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Sony Xperia J im Test – Wenig Neues in schickem Gehäuse

Am: 25. Dezember 2012 um: 09:10 von: Sascha Ostermaier

Sonys Einsteiger-Gerät Xperia J kommt in einem Design, das sehr an eine ältere Generation erinnert. Man möchte es fast als Neuauflage des Xperia Arc S von Sony Ericsson bezeichnen, wären da nicht die kleinen Verschlimmbesserungen, die das Gerät mitbringt.

Design & Verarbeitung

In Punkto Design gibt es nichts zu meckern, das Xperia J ist ein wahrer Handschmeichler. Trotz Kunststoff-Gehäuse fühlt sich das Gerät sehr wertig an. Die geschwungene und matte/gummierte Rückseite sorgen für ein perfektes in der Hand liegen des Smartphones. Die Front des Geräts wird komplett vom Display eingenommen. An der rechten Seite befindet sich der Power-Button, so wie die Lautstärkeregler. Ein verchromter Rahmen gibt dem Smartphone einen edlen Touch. Dass dieser nur aus Kunststoff ist, merkt man spätestens, wenn die Benachrichtigungs-LED zum Einsatz kommt.

Die Rückseite beherbergt noch einen Lautsprecher und die Kamera mit LED-Blitz. An der linken Seite befindet sich der Micro-USB-Port zum Laden und Daten-Austausch. Die Verarbeitung ist sehr gut. Es wackelt und knarzt nichts.

Sony Xperia J (Bild: n-droid.de)

Ausstattung

Bei der Ausstattung macht sich der günstige Preis bemerkbar. Das Xperia J ist lediglich mit einem 1Ghz-Prozessor (Single-Core) ausgerüstet. Während auf der Sony Produktseite ein interner Speicher von 4GB angegeben wird, stehen intern nur 2GB zur Verfügung. Die 4GB Angabe bezieht sich sicherlich auf den gesamten internen Speicher. Zieht man hier die Daten des Betriebssystems ab, verbleiben gut 750MB Telefon-Speicher und 2GB interner Speicher. Zusätzlich kann man eine Micro-SD-Karte verwenden. hierzu gleich mehr.

Das Display hat eine Größe von 4 Zoll und löst mit 854 x 480 Pixel auf. Das mag bei dieser Größe wenig erscheinen, die Leuchtkraft und die Farben des Displays gleichen dies aber aus. Man sieht einzelne Pixel nur bei genauem Hinsehen, im normalen Gebrauch ist der Screen überdurchschnittlich gut.

Sony Xperia J (Bild: n-droid.de)

Die 512 MB RAM, die das Gerät mitbringt, reichen für normale Aufgaben aus. Auch das System läuft damit ausreichend flott. Das Gerät bringt die typischen Schnittstellen mit, diese könnt Ihr in der Tabelle nachlesen.

Sony Xperia J (Bild: Sony)  Betriebssystem:  Android 4.0.4 (Ice Cream Sandwich)mit Xperia-Oberfläche
 Prozessor:  1 GHz MSM7227A Single Core Qualcomm
 Display:  kapazitiv, 4 Zoll TFT FWVGA (854×480 Pixel)
 Arbeitsspeicher:  512 MB
 Interner Speicher:  2 GB interner Speicher + 750 MB Telefonspeicher
 Speicherkarten:  MicroSD (bis 32 GB)
 Kamera:  5 Megapixel, Autofokus, LED Blitz
 Videoaufnahme:  VGA
 Frontkamera:  VGA
 Konnektivität:  WiFi 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1
 Netzwerke:  UMTS, HSPA
 Schnittstellen:  3,5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB, DLNA
 Ortung:  aGPS
 Sensoren:  Bewegungssensor, Kompass
 Akku:  1.750 mAh
 Maße:  124,3 x 61.2 x 9,2 mm
 Gewicht:  124 g
 Preis:  205,89 bei Amazon (Stand: 23.12.2012)
Produktseite

Speicher

Der Speicher wurde von Sony völlig vermurkst, anders kann man es kaum sagen. Die 2 GB interner Speicher + 750MB Telefon-Speicher müssen für alles herhalten, was man direkt mit dem Smartphone macht. Apps lassen sich nicht auf die MicroSD-Karte installieren, Fotos landen ebenfalls im internen Speicher.

In den Einstellungen findet sich kein Punkt, der eine Aufnahme direkt auf SD-Karte ermöglichen würde. Im App-Manager lassen sich App-Daten ebenfalls nur zwischen internem Speicher und Telefon-Speicher verschieben. Eine Auslagerung auf SD-Karte ist nicht möglich.

Das mag viele nicht stören, will man jedoch eine größere App (Navi, größeres Spiel) installieren, stößt man sofort an die Grenzen. Need for Speed Most Wanted oder TomTom Europe lassen sich trotz theoretischen 32GB SD-Karten-Speichers erst gar nicht installieren. Hat man also vor, die ein oder andere größere App auf dem Smartphone zu nutzen, ist das Xperia J nicht zu gebrauchen.

Sony Xperia J: Speicherverwaltung Sony Xperia J: Speicherverwaltung

Kamera

Die 5-Megapixel-Kamera des Xperia J macht bei korrekter Anwendung gute Bilder. Es gibt verschiedene Fokus-Modi, so richtig überzeugen konnte für Schnappschüsse jedoch keiner. Man sieht dies auf den Beispielbildern. Lässt man dem Fokus nicht genug Zeit, entsteht ein verschwommenes Bild. Dabei spielt es keine Rolle, welche der Fokus-Arten man verwendet. Nimmt man sich jedoch Zeit, entstehen Bilder mit kräftigen Farben, die zudem sehr detailreich sind.

Bilder werden im 4:3 Format aufgenommen. Reduziert man die Megapixel, lassen sich auch Aufnahmen im 16.9 Format vornehmen. Videos können mit 30FPS im VGA-Modus aufgenommen werden. Auch hier macht sich die Einsteiger-Klasse wieder bemerkbar. Die Frontkamera ist ebenfalls nur VGA geeignet.

Sony Xperia J: Testfoto Sony Xperia J: Testfoto

Sony Xperia J: Testfoto Sony Xperia J: Testfoto

Software

Auf dem Xperia J läuft Android 4.0.4 (Ice Cream Sandwich). Trotz des schwachen Prozessors und des geringen Arbeitsspeichers läuft das System sehr flüssig und Anwendungen werden schnell gestartet. Selbst zum Spielen reicht die Power aus – wenn man denn Spiele findet, die klein genug sind, um sie zu installieren. Asphalt 7 belegte fast den gesamten Speicher, lief aber im Test erstaunlich gut. Es gab wenig Ruckler, ab und zu kam es zu Slow-Downs, insgesamt lief es aber besser als erwartet.

Sony setzt auch beim Xperia J auf die eigene Oberfläche. Dies hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist sicherlich, dass auch Android-Neulinge sich schnell zurecht finden. Was allerdings sehr seltsam ist, ist die Tatsache, dass auf dem Homescreen Menü-Buttons eingeblendet werden, die die Buttons von Android spiegeln. Man hat so zum einen die Softkeys unter dem Display und dann die gleichen Softkeys noch einmal auf dem Display. Das sieht nicht nur komisch aus, das fühlt sich auch komisch an.

Die Sony Widgets sind wie immer ein Hingucker. Facebook, Twitter, Wetter, alles ist bereits vorinstalliert und sofort verwendbar. Komplizierte Einstellungen entfallen. Der Nutzer hat so mit wenig Aufwand einen optisch sehr ansprechenden Homescreen, der zudem funktional ist.

Sony Xperia J: Telefoninfo Sony Xperia J: Einrichtung Sony Xperia J: App Drawer

Musikwiedergabe

Sony legt seit jeher Wert auf gute Musikwiedergabe. Auch beim Xperia J wird hier keine Ausnahme gemacht. Ob man Musik nun über den kräftigen Lautsprecher hört oder Kopfhörer benutzt, die Qualität ist beeindruckend. Die xLOUD Experience und der Equalizer sorgen dafür, dass man stets den perfekten Sound bekommt. Durch AD2P kann man auch ein Stereo-Headset über Bluetooth nutzen. Ebenfalls an Bord ist die Walkman Anwendung.

Internet & Telefonie

Bei der Nutzung des Browsers machen sich die Einsteiger-Komponenten bemerkbar. Alles wirkt ein wenig zäh, der Seitenaufbau könnte vor allem bei größeren Seiten flotter sein. Für den dauerhaften Einsatz zum Surfen ist das Gerät trotz HSPA Anbindung zu langsam. Das liegt jedoch nicht an den Internetverbindungen, sondern an der Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Die Telefonie mit dem Xperia J macht Spaß. Die Sprachqualität ist hervorragend, auch der gegenüber versteht einen sehr gut (Test im T-Mobile-Netz).

Das Xperia J im offiziellen Präsentationsvideo:

Akku

Der wechselbare Akku kommt mit 1.750 mAh daher. Für den Rechenzwerg ist dies eine ordentliche Ausstattung, während des Testzeitraums hielt dieser länger als der des Galaxy Nexus, bei ungefähr gleicher Beanspruchung. Er kann also locker mit anderen Geräten mithalten. Da dies jedoch immer nutzungsabhängig ist, gibt es hier keine konkreten Angaben. Sony selbst gibt eine Sprechzeit von ca. sieben Stunden an, diese kann mit Sicherheit erreicht werden.

Sony Xperia J (Bild: n-droid.de)

Benachrichtigungs-LED

Die LED zur Benachrichtigung ist beim Xperia J sehr gechickt verbaut. Sie ligt unter dem verchromten Rahmen und ist nur bei Aktivität sichtbar. Das macht einen viel dezenteren Eindruck als die transparenten LED-Leisten bei den Xperia-NXT-Geräten. Die LED kann nach persönlichen Wünschen eingestellt werden.

Fazit

Sony hat mit dem Xperia J ein schickes Einsteiger-Gerät gebaut. Es sieht aus wie ein moderner Zwilling des Xperia Arc S, das damals noch unter Sony Ericsson herausgebracht wurde. Die Verarbeitungsqualität ist für diese Preisklasse (UVP 239,- Euro) herausragend. Leider ist das Gerät dank der seltsamen Speicherverwaltung wirklich nur für Einsteiger gemacht.

Auch der Single-Core-Prozessor und der geringe Arbeitsspeicher sprechen nicht gerade für ein Android-Powerhouse. Allgemeine Arbeiten werden damit dennoch zügig erledigt.

Kommentare & Social

  1. Natalie am 27. April 2013 um 16:29
    Antworten

    Fotos und Videos können sehr wohl auf der SD-Karte gespeichert werden:
    Kamera starten –> Einstellungen –> umblättern –> Datenspeicher –> SD-Karte

    • Lurchi am 8. Juli 2013 um 10:59
      Antworten

      damit ist aber nicht die externe SD karte gemeint, das Handy benennt seinen eigenen Speicher interne SD Karte.

  2. Jonas am 11. März 2014 um 22:37
    Antworten

    Ich bin auch stolzer Besitzer eines Sony Xperia J und finde es auch echt schade, dass man die Fotos und Videos nicht auf der SD-Karte speichern kann. Leider ist das aber bei vielen Handys in der Preislage so.
    Die Kamera ist aber sowieso nicht so gut. Besonders im Dunkeln weist sie extreme Mängel auf, wie aber auch zum Beispiel http://www.testninja.de/sony-xperia-j-test/ schreibt.
    Ich brauche das Handy aber sowieso nur zum telefonieren und Smsn, also stört mich das nicht weiter.

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