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Sony Ericsson Xperia X8 – Wenig Geld, viel Smartphone

Am: 06. Dezember 2010 um: 08:38 von: Benedikt Niederschmid

Das elegante Äußere des X8 kann im Test nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei seiner Ausstattung durchaus noch Luft nach oben ist. Doch der schmale Preis reißt es raus: Viel Smartphone für wenig Geld.

Design & Verarbeitung

Mit dem X8 greift Sony Ericsson das bewährte Design der Xperia-Reihe auf. Das weiße Gehäuse des Testgeräts macht einen wirklich eleganten Eindruck und liegt dank der abgerundeten Kanten auf der Rückseite gut in der Hand. Alle Bedienelemente wie die Lautstärkeregler an der Seite oder die Android-Knöpfe auf der Frontseite sind mit den Fingern bestens zu erreichen.

Die Rückwand ist austauschbar, dem Testgerät liegen vier alternative Austausch-Hüllen in den Farben blau, türkis, pink und grau bei. Zum Austausch ist allerdings ziemlich viel Kraftaufwand notwendig. Die Angst, eine der Plastikverankerungen zu zerbrechen, drückt dabei ständig mit, weil sich SE bei der Außenhülle ausschließlich auf Plastik verlässt. Den guten Gesamteindruck vom Äußeren des Geräts schmälert das etwas – zumal es beim Gebrauch durch aneinander reibende Plastikteile bisweilen zu störenden Knarrzgeräuschen von sich gibt.

Auch die Oberfläche des Displays vereint Pro und Contras auf sich. Zwar erweist sich der Bildschirm ziemlich resistent gegen Kratzer, ist jedoch binnen kürzester Zeit mit vielen Fingerabdrücken übersät. Zudem spiegelt das Display sehr, dass das Handy im Außeneinsatz bei direkter Sonneneinstrahlung schnell unbrauchbar wird, bis man ein schattiges Plätzchen gefunden hat.

Zum Lieferumfang gehört neben dem Gerät selbst ein USB-Verbindungskabel, Ladekabel mit AC-Adapter, Stereo-Headset, Kurzanleitung und 2GB MicroSD-Karte.

Ausstattung & Komfort

Im X8 hat SE einen nicht zu groß augefallenen 3-Zoll TFT-Display verbaut, der eine Auflösung von 480×320 Bildpunkten mitbringt. Die Darstellung ist angenehm scharf, auch die Farbwiedergabe ist ausgezeichnet. Multitouch unterstützt der Bildschirm nicht. Er funktioniert kapazitiv, präsentiert sich im Test aber nicht immer so sensibel wie wünschenswert wäre. Oft ist ein zweiter Fingertipp oder ein etwas stärkerer Druck zur Eingabe eines Befehls vonnöten.

Die Ausstattung der Kamera enttäuscht. Das X8 hat eine Kamera mit 3,2 Megapixeln an Bord. Auf LED-Licht, Blitz oder Autofokus verzichtet SE komplett. Selbst in der unteren Preisklasse ist das ein bisschen wenig. Gute Schnappschüsse lassen sich mit dem Gerät schießen, nach Anbruch der Dunkelheit ist damit allerdings Feierabend.

Vortrefflich versehen die Lautsprecher ihren Dienst und überraschen mit einem vollen Klang, der keineswegs so blechern klingt wie erwartet. Mit den Bässen tut er sich gleichwohl schwer. Kopfhörer lassen sich leicht über die 3,5 mm-Klinkenbuchse anschließen. Zudem hat SE ein GPS-Modul verbaut. Die Nutzung von Google Maps Navigation war damit kein Problem. Auch WLAN beherrscht das X8.

Software & Alltagstauglichkeit

Vom Werk aus läuft das X8 noch mit dem veralteten Android 1.6, ein offizielles Update auf Android 2.1 ist allerdings seit Ende November 2010 im Umlauf. Das Betriebssystem wurde von Sony Ericsson mit der Xperia-eigenen Corner Touch-Oberfläche ausgestattet. Sie bietet in den Ecken des Displays vier Schnellzugriffstasten auf Textnachrichten, Musik, das Adressbuch und die Telefonfunktion. In der Mitte des Bildschirms ist zudem ein Google-Suchfeld integriert, mit dem sich schnell eine Internetrecherche in die Wege leiten lässt. Alles in allem überzeugt die UI mit viel Übersichtlichkeit und guter Handhabung.

Shortcuts zu Apps und Einstellungen sind auf alternativen Screenansichten abgelegt, die man mittels eines Fingerwisches von unten nach oben ansteuert. Sie machen einen etwas ungeordneten Eindruck. Positiv fällt ins Gewicht, dass ein Backup-Tool und eine Daten-App zur Beobachtung des Datenverbrauchs standardmäßig auf dem Smartphone vorinstalliert sind.

Bequemes Tippen ist jedoch nur im Querformat möglich, das allerdings klappt nach ein wenig Eingewöhnungszeit mit guten Anschlagswerten. Auch das Surfen funktioniert wunderbar, der Default-Browser reagiert schnell auf Eingaben.

Prozessor, Arbeitsspeicher, Akku

Im Innern des X8 hat Sony Ericsson den Qualcomm-Chipsatz MSM7227 mit 600 MHz-Taktrate platziert. Damit hat der Prozessor zwar mehr auf den Rippen als der des HTC Wildfire mit 528 MHz, dennoch bleibt er schmalbrüstig. Hier und da kommt es zu leichten Verzögerungen und auch für den Wechsel in die horizontale Sicht braucht das Smartphone viel Bedenkzeit. Besonders fällt das Manko auf, wenn es ans Spielen geht. So ließ sich das Game Angry Birds zwar installieren, nicht jedoch starten.

Der interne Speicher ist ebenfalls recht knapp bemessen. Lediglich 128 MB stehen auf dem Gerät selbst zur Verfügung. Mit einer MicroSD-Karte kann der Speicher zwar auf 16 GB aufgestockt werden, ohne Apps2SD-Funktion nützt das natürlich wenig. Aber wenigstens für Musik und Videos ist so genügend Platz. Es ist also ratsam, seinen App-Haushalt schön sauber zu halten und unnütze Programme schnell von Bord zu fegen.

Ein 1200 mAh-Akku versorgt das X8 mit der notwendigen Energie. Überdurchschnittlichen Stromhunger entwickelte das Testgerät nicht: Nach einem Tag normalen Gebrauchs musste es wieder an die Zapfsäule. Ein in der Smartphone-Welt bekanntlich keineswegs unüblicher Wert.

Fazit

Insgesamt präsentiert sich das X8 im Test als sehr gutes Einsteigergerät – wenn man von zwei bis drei Dingen absieht. Zum einen lässt die Verarbeitung zu wünschen übrig. Wer sich jedoch an den Knarzgeräuschen nicht stört, wird darüber ebenso hinwegsehen können wie über den stark spiegelnden Bildschirm.

Etwas ernster wiegen seine zum Teil schlappen Reaktionszeiten, die schlechte Kamera-Ausstattung und der leistungsarme Prozessor. Doch insgesamt geht das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung.

Derzeit kostet das Xperia X8 bei Amazon 156,34 € (Stand 09.03.2011).

Pro:

  • umfangreiche Software
  • Ergonomie
  • Corner-Touch-Oberfläche
  • Musikplayer

Contra:

  • Prozessor
  • Verarbeitung
  • Kamera
  • Display

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Kommentare & Social

  1. Anja am 20. August 2011 um 15:22
    Antworten

    Ich habe das Handy seit etwa 4 Monaten und kann die kleineren "Fehlerchen" durchaus bestätigen, aber für einen Android-Neuling sind das Dinge, finde ich, über die man durchaus hinweg sehen kann. :) Was ich richtig blöd finde ist der Lautsprecher auf der Rückseite des Handys. Dadurch wird teils der Ton doch mehr oder weniger "abgeschirmt", besser wäre der an der Unterseite angebracht gewesen.

    Und das Gewicht finde ich auch etwas zu doll für ein relatives kleines Handy.

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