Miitomo: Nintendos Android-Hoffnung im großen Test

Es ist so weit! Zwar nur über Umwege – einen japanischen Google-Account nämlich – konnten wir die Nintendo-App Miitomo herunterladen, aber der Download lohnt.

Eine „normale“ App-Vorstellung wäre angesichts des Miitomo-Hypes etwas mager. Deshalb entschieden wir uns, euch zunächst die wichtigsten Fragen zur App zu beantworten und erst dann die Funktionen der Anwendung zu präsentieren.

Wo bekommt ihr Miitomo her?

Das ist etwas knifflig. Nintendo hat Miitomo vor einigen Tagen im Land der aufgehenden Sonne veröffentlicht, in Europa steht ein Release aber noch aus. Die unelegante Möglichkeit: Bei Google nach Miitomo apk suchen und über die Seiten in den ersten Treffern herunterladen wie auch installieren. Damit würdet ihr jedoch einen klaren Rechtsverstoß begehen, denn Nintendo hält logischerweise das Copyright an Miitomo. Für einen Download über eine externe Quelle müsst ihr noch die Berechtigung zur Installation erlauben.

Die zweite Option: Richtet euch einen japanischen Account für Google Play ein, ladet von dort die App und startet sie.

Option 3: Noch etwas warten, bis auch die europäische Niederlassung die App gestartet hat. Das sollte eigentlich noch im März der Fall sein.

Ist die App auf Deutsch?

Ja, die App ist auf Deutsch. Überraschend ist dies nicht hinsichtlich der Texte, sondern bezüglich der Sprachausgabe. Miitomo spielt nämlich viel mit dem gesprochenem Wort. Alle anderen Mitteilungen wie News, Updates und tägliche Aufgaben werden ebenfalls in deutscher Fassung angezeigt.

Kann die App mit einem Nintendo-Account verknüpft werden?

Vermutlich nicht – der Miitomo-Service ist derzeit nur in Japan gestartet und eine Verknüpfung nur mit Nintendo-Accounts möglich, die ebenfalls in Japan registriert sind. Versucht ihr also, euren europäischen Account zu registrieren bzw. zu verknüpfen, wird euch die App zurückweisen und darauf aufmerksam machen, dass der Service hierzulande noch nicht gestartet ist. Eine Nintendo-ID oder ein -Account sind aber nicht nötig, ihr könnt ohne Registrierung Miitomo nutzen und später die Region wechseln und ein Konto hinzufügen.

So nutzt ihr Miitomo

Nur ein Messenger? Nein.

Nur ein Messenger? Nicht ganz. Miitomo setzt natürlich auf Interaktion – mit der App, mit Freunden, in den kleinen Spielen, die der App hinzugefügt wurden. Diese Spiele sind etwas missverständlich über den Menüpunkt Shop zu erreichen. Während ihr über das obere Icon den eigentlichen Miitomo-Shop erreicht, findet ihr darunter Mii über Kopf, eine Abwandlung des in Japan sehr beliebten Pachinko. Ein Glücksspiel, auf das ihr kaum Einfluss habt: Ihr lasst letztlich nur euer Mii im richtigen Moment fallen und betrachtet es auf seinem Weg nach unten. Bleibt es auf einer der drei Plattformen liegen, erhaltet ihr das dort lagernde Accessoire. Und im schlimmsten Fall einige Süßigkeiten, die euer Mii vertilgen darf.

Miitomo ist unter den Apps so etwas wie ein Gemischtwarenladen. Die meiste Zeit schaut ihr eurem Mii dabei zu, wie es durch einen kargen Raum schreitet und euch alle paar Minuten mit Fragen löchert. Was eure Lieblingsspeise ist, welche Sendung ihr in letzter zeit am häufigsten verfolgt habt oder welchen Freizeitaktivitäten ihr nachgegangen seid – die App ist neugierig. Laut Disclaimer nutzt Nintendo die Textantworten des Nutzer auf Fragen aber nicht, um die erhobenen Daten zu sammeln und zu geldwerten Paketen zu veredeln. Stattdessen würden diese (harmlosen) Fragen auch euren neuen und alten Freunden in Miitomo gestellt und sollen helfen, einander besser kennenzulernen.

Nintendo verdient über InApp-Käufe sein Geld – möchtet ihr den Pachinko-Automaten öfter nutzen oder seid ungeduldig, Miitomo-Münzen für Outfits zu sammeln, bezahlt ihr für die App-interne Währung und habt neue Freiversuche über oder könnt euch das hübsche Panda-Outfit sofort kaufen. Die InApp-Preise sind einigermaßen fair, orientieren sich an anderen, erfolgreichen Apps und reichen von 0,99 € bis 74,99 €.

An was es der App generell noch mangelt, ist der Umfang. Klar, im Kern möchte Miitomo eine soziale Plattform sein. Doch abseits des Einkleidens, Pachinko und Beantworten von Fragen, sollten Nintendo und App-Entwickler DeNA weitere Funktionen einbauen, damit die Nutzer bei Laune gehalten werden.

Fazit

Nintendos Miitomo ist eine spaßige Social-Media-App und gelungener Einstand auf Android, um künftige, ambitionierte Projekte anzugehen. Die App sieht stylisch aus, überzeugt durch eine gute (wenngleich nicht perfekte) Menuführung und die Social-Features sind auf charmante Weise integriert. Jedoch: Die Fragerei kann schnell nerven, der Unterhaltungswert geht schnell gegen Null. Sollten die Entwickler dies beheben, wäre Miitomo eine innovative wie praktische App, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Eine Download-Empfehlung können wir daher aussprechen.

Interessant wird auch sein, wie Nintendo die Erfolge der Miitomo-App mit Pokémon GO (eine Games-App, die wir euch hier vorstellen) und der neuen Firmenausrichtung „NX“ koppelt.

miitomo_2
  • USK: Ohne Einstufung
  • Version: 1.0.2
  • min. SDK-Version: 4.1 (Android 6.0 empfohlen)
  • Größe: 32 MB (zusätzliche Daten werden nachgeladen)
  • Preis: kostenlos / bis zu 74,99 € für InApp-Käufe

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