Lenovo: Abschied vom PC-Fokus

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Lenovo plant einen tiefgreifenden Wandel. PCs und Notebooks sollen künftig nicht mehr an erster Stelle stehen, meldet die Online-Ausgabe der ZEIT.

Unter der etwas irreführenden Überschrift „Lenovo verabschiedet sich vom PC“ zitiert das Blatt Lenovo-Chef Yan Yuanqing mit den Worten:

Es interessiert mich nicht, ob wir im klassischen PC-Markt die Nummer eins oder zwei sind. Das hat keine Zukunft. Wir müssen die Nummer eins in den neuen Märkten werden.

Die „neuen Märkte“, das sind insbesondere Server, riesige Datenzentren und Supercomputer sowie Zugriffspunkte für das mobile Internet. So richtig „neu“ sind die dann aber auch nicht, denn insbesondere auf dem Feld der Server kämpfen Microsoft und Amazon verbissen um Marktanteile, während sich Google-Mutterkonzern Alphabet zumindest in Stellung bringt. Auch Lenovo ist drauf und dran, sich optimal für eine Offensive in genannten Bereichen zu platzieren.

Die Voraussetzungen schuf man vor bereits drei Jahren, als Lenovo die defizitäre Standard-Server-Sparte IBMs mit deren nunmehr etablierter x86-Architektur übernahm. Die Zahl der Servervarianten wurde von 25 auf 14 reduziert, doch laufen mittlerweile 100 individuell konfigurierte Server vom Band – pro Stunde. Diese werden ergänzt um eigens entwickelte Software für die Endkunden, die vor allem den Vorteil hat, dass Lenovo nicht auf die Kompatibilität zu Altsystemen Rücksicht nehmen muss. Margen von bis zu 65% sind Anreiz genug, diesen Geschäftszweig aggressiv auszubauen.

Prototypen neuer Technologien – hier flexible Displays – zeigt Lenovo oft. Aber ein brauchbares Produkt kam dabei selten raus… (Foto: Lenovo)

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Lenovo sich aus anderen Feldern komplett zurückzieht. Android-Fans der Marke Motorola können nach wie vor mit Telefonen dieser Marke rechnen. Und da die PCs und Notebooks für 30 der 45 Milliarden US-Dollar Umsatz verantwortlich sind, werden diese auch nicht allzu bald verschwinden. Jedoch braucht es ein neues Thinkpad – ein Produkt also, das Maßstäbe in seiner Branche setzt, die Marke positiv besetzt und Neukunden gewinnen zu vermag. Ob eines solches kommt, das darf bezweifelt werden…

(Quelle: zeit.de)