Gigaset GS160: Technik-Vintage mit eigenen Qualitäten

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Mit Gigasets neuem Smartphone GS160 eröffnen wir das Jahr 2017. Ein ausgesprochen guter Jahresauftakt mit einem Telefon, dessen Stärken nicht so sehr in der Hardware liegen – das sein Geld trotzdem wert ist.

Gigaset: Der Hidden Champion der Telekommunikation

Für den deutschen Hardware-Entwickler Gigaset sind es nicht unbedingt goldene Zeiten, in denen sich das Unternehmen nach erfolgter Siemens– und Telekom-Abnabelung bewegt. Nie von Gigaset gehört? Kein Wunder: Als Hidden Champion ist das Unternehmen viele Jahre stiller Erfolgsgarant schnurloser Telekom-Telefone gewesen, produzierte daneben fleißig für Siemens und ist trotz des bekannten Namens ein Underdog aus deutschen Landen. Ändern konnte es Gigaset bislang nicht, obwohl sie den FC Bayern München sponsern, obwohl sie mit dem Gigaset ME eines der tollsten Telefone des vergangenen Jahres veröffentlichten und mit dem Gigaset Mobile Dock ein sinnvolles Gadget für smarte Androiden und iPhones veröffentlichten, das uns im Test überzeugte.

Gigaset beschloss nach erfolgter Premiere mit dem Gigaste ME sich breiter aufzustellen und bietet das GS160 an. Ein Smartphone im unteren Segment, das neue Käufer ansprechen soll. Die Technik enttäuscht nach dem Studium des Datenblatts: Ein Vierkernprozessor (MT6737) mit 1,3 GHz mag noch ausreichen, das Display mit 1.280 mal 720 Pixeln für die fünf Zoll Diagonale gut auflösen und der 2.500 mAh starke Akku im Mittelfeld liegen. Dass Gigaset auf lediglich 16 GB internen Flashspeicher und 1 GB RAM setzt, erstaunt. Negativ, wohlgemerkt.

Gigaset liefert einiges mit: Das Telefon, entnehmbarer Akku, ein solides Netzteil und eine Kurzanleitung. Top. (Foto: N-Droid.de)

Gigaset liefert einiges mit: Das Telefon, entnehmbarer Akku, ein solides Netzteil und eine Kurzanleitung. Top. (Foto: N-Droid.de)

Die versammelte Konkurrenz, etwa das Bluboo Maya Max (Test hier), bietet da oft mehr – zum gleichen Preis. An Extras wartet das Gigaset GS160 mit zwei Dual-SIM-Slots und einem separaten microSD-Einschub auf, ein Fingerabdrucksensor gehört ebenso zur Ausstattung. Die Umrüstung auf USB 2.0 mit micro-USB-Buchse, wo doch das Gigaset ME schon USB Typ C nutzte, wirkt wie ein Gruß an bereits verblichene Zeiten.

Dass Gigaset trotzdem sehr selbstbewusst mit dem GS160 in einem zunehmend komplizierten Bewerberumfeld umgeht, liegt womöglich am exzellenten Ruf der Firma und ihren qualitativ hochwertigen Produkten. Tatsächlich ist das GS160 so handschmeichelnd wie ein Telefon nur sein kann – samtiger Geräterücken, kompakte Abmaße im Rahmen eines iPhone 4 trotz der fünf Zoll Displaydiagonale. Dazu ist das GS160 noch sehr leicht. Das passt also schon, Fans wertiger Materialien werden das Kunststoffgehäuse wohl aber als etwas zu billig empfinden, auch wenn die Vorteile (tolle Haptik, geringes Gewicht) überwiegen.