Versteigerung der 5G-Frequenzen: Ausverkauf der Gesundheit?

Morgen beginnt die Versteigerung der 5G-Frequenzen, die aus vielerlei Gründen nicht unumstritten ist. Ein wichtiger Faktor wäre die Verfügbarkeit des neuen Standards, denn die großen Betreiber wehren sich vehement gegen die schnelle Verfügbarkeit mit Verweis auf einen finanziellen Kollaps. Doch auch an anderer Front wird Stimmung gemacht.

So geistert seit einigen Monaten durchs Netz, dass die 5G-Strahlung wesentlich schädlicher sei als die anderen Standards. Zu den absurden Behauptungen kommen wir noch, die selbst ernannte Verbraucherschutz-Organisation diagnose:funk zeigt sich aber alarmiert:

Die Verbraucherschutz-Organisation diagnose:funk fordert, dass die für morgen angesetzte Versteigerung der 5G-Mobilfunklizenzen vom Bundesamt für Strahlenschutz ausgesetzt wird, bis die Technikfolgenabschätzung für 5G-Frequenzen vorliegt. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen der Folgen von Mobilfunkstrahlung untermauern diese Forderung.

Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk, bezeichnet die 5G-Versteigerung als einen Ausverkauf der Gesundheit: „5G ist ein Feldversuch auf Kosten der Gesundheit der gesamten Bevölkerung. Mobilfunkstrahlung ist von der WHO als möglicherweise krebserregend eingruppiert, wie Dieselabgase und das Insektizid DDT. Wie kann es da sein, dass die Bundesregierung und das Bundesamt für Strahlenschutz jetzt noch bereit sind, die Strahlenbelastung weiter zu erhöhen? Wir fordern ein 5G-Moratorium!“

Zu 5G gibt es bis heute keine Technikfolgenabschätzung. Doch das Bundesamt für Strahlenschutz hat in zwei Studien nachgewiesen, dass Mobilfunkstrahlung unterhalb der Grenzwerte krebsfördernd ist. Trotzdem sollen 98% aller Haushalte mit 5G-Mobilfunkstrahlung versorgt werden – eine Zwangsbestrahlung trotz zahlreicher Hinweise auf Gesundheitsgefahren wie Krebs. Die Mobilfunk-Industrie plant 750.000 zusätzliche Sendeanlagen. Hinzu kommen Millionen neuer funkender Geräte im häuslichen Smart Home-Umfeld und an den Arbeitsplätzen. Autos sind bereits heute Dauerstrahler und sollen dank 5G noch mehr funken. Die Elektrosmogbelastung der Bevölkerung wird dadurch erheblich zunehmen – und damit das Krebsrisiko.

Jörn Gutbier: „Wir fordern von der Politik  Strahlenminimierung. Die wichtigsten Maßnahmen dazu sind: Nationales Roaming, also ein Mobilfunknetz für alle, wie bei Wasser und Strom, sowie getrennte  Innen- und Außenversorgung für (mobile) Kommunikation. Damit kann die Strahlenbelastung der Bürger massiv gesenkt werden, ohne dass die Kommunikationsqualität eingeschränkt wird.“

Für eine geringere Strahlenbelastung  müssen bei jeder Frequenzversteigerung die Weichen gestellt werden: Gesundheitsvorsorge und Strahlungsminimierung müssen als oberste Planungsziele definiert werden.  Denn die bereits vorliegenden Forschungsergebnisse zu 5G deuten auf eine hohe Gesundheitsschädlichkeit dieser Frequenzbereiche hin. Deswegen fordern die Autoren dieser Studien ein 5G-Moratorium. In einem Appell haben sich inzwischen hunderte Wissenschaftler dieser Forderung angeschlossen und fordern: „Stoppt das Risiko 5G!“.

Die Gerüchte sind nicht neu, entbehren aber bislang jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Und meist verlassen sich die 5G-Skeptiker (so wollen wir sie vorsichtig nennen) auf ein Ereignis aus dem vergangenen Herbst: Den plötzlichen Tod etlicher Vögel im niederländischen Den Haag. Was es damit auf sich hat, haben die Kollegen von Mimikama seziert – und kommen zu einer gänzlich anderen Einschätzung. Von einem Ausverkauf der Gesundheit kann also keine Rede sein, wenngleich nicht alle Aspekte des neuen Standards untersuch worden sind. Das Initiationsereignis der Widerstandsbewegung ist indes eine Hoax.

(Quellen: Pressemitteilung diagnose:funk; mimikama.at)