Samsung: Faltbare Displays offiziell vorgestellt

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Dass der koreanische Technikkonzern Samsung an falt- bzw. biegsamen Bildschirmen für Smartdevices arbeitet, ist seit einigen Jahren bekannt. Gerüchte, Vermutungen und vermeintliche Leaks gab es immer wieder, doch nun zeigten die Südkoreaner die Technologie erstmal auf der Bühne und in aller Öffentlichkeit.

Gezeigt wurde auf einer Entwicklerkonferenz in San Francisco ein Bildschirm, dessen Größe im aufgeklappten Zustand in etwa den Abmaßen eines Tablets entspräche, genauer: 7,3 Zoll (18,5 Zentimeter) in der Diagonalen. Der Samsung-Manager Justin Denison kündigte an, dass die Produktion der „Infinity Flex Displays“ in den kommenden Monaten anlaufen und die Grundlage für die „Smartphones von Morgen“ sein solle. Google wurde als Partner für eine softwareseitige Unterstützung bereits ins Boot geholt.

Bemerkenswert an dieser Präsentation ist, was im Dunkeln blieb. Wortwörtlich. Denn ein Gros der Präsentation fand in dämmrigen Licht statt, wohl auch, um nicht zu verraten, wie dick oder dünn die Infinity Flex Displays in der Prototypenphase sind, ob der Displayrand breit oder eher schmal ist. Immerhin: Wird das Display zusammengeklappt, findet sich auf der Außenseite noch ein weiterer Bildschirm – das Infinity Flex Display scheint also eine Art zweiter Bildschirm zu sein.

Frühe Präsentation durch hohen Erfolgsdruck

Dass Samsung einen (einsatzfähigen) Prototypen zeigte, hat auch mit der Erwartungshaltung an das Unternehmen zu tun. Das faltbare Display muss ein Erfolg werden, und daher sucht man schon jetzt Programmierer und Softwareunternehmen, die der technischen Spielerei ihre Legitimation verpassen könnten. Denn ohne angepasste Apps wäre das Infinity Flex Display lediglich ein teures Gimmick. Einher mit damit geht auch die neue Benutzeroberfläche namens „One UI“, die mit der Samsung-eigenen Sprachsteuerung Bixby ausgestattet sein soll. Satte 22 Milliarden US-Dollar und mehr als tausend Entwicklerstellen an sieben Zentren investieren die Südkoreaner, um den Abstand ihrer Sprach-KI zu Siri und Alexa zu verkürzen.

Auch an anderer Stelle zeigt sich der Konkurrenzkampf. Die chinesische Firma Royole war den Südkoreanern zuvorgekommen und kündigte ihre FlexiPai genannte Technologie nicht nur an, sondern zeigte sie und nannte auch ein konkretes Startdatum: Noch im Dezember sollen erste Geräte ab 1.200 Euro in China vertrieben werden.