Sony Xperia XZ im Praxistest: Ein bisschen Liebe, ein bisschen Hass

Werbung

Konnektivität – viele Pros, einige Contras; Sprachqualität und Klang

Wir könnten Sony jetzt über den Klee loben für all die Features, die an Bord sind: WLAN mit ac-Standard, ein LTE-Modem, Bluetooth in der neuesten Version, OTG, NFC und vieles, vieles mehr. Wichtiger aber: Es fehlen einige Standards. MHL wurde gestrichen – Bilder auf ein HDMI-Gerät überträgt das Xperia XZ nur mit Hilfe von Miracast und Co.

Freunde des klassischen FM-Radios (eine der großartigsten Android-Features) schauen ebenfalls in die Röhre. Radio mit Kopfhörern? Gibt es schlicht nicht. Zwar kann das Telefon von der Hardware her die FM-Frequenzen ansteuern, die Funktion muss durch einen Root erst mühselig wiederhergestellt werden. Umständlich, leider auch recht riskant.

Negativ im Test fielen uns die vielen Verbindungsabbrüche auf. Öfter mal stellte Xperia XZ eine WLAN-Verbindung ein oder wechselte munter zwischen LTE und 3G, schlimmstenfalls wurde der Flugmodus aktiviert. Reproduzierbar waren die Fehler nicht, wir hoffen auf ein baldiges Update.

Klasse hingegen die Sprachqualität. Selbst bei lauten Umgebungsgeräuschen wie dem Straßenverkehr ist euer Gegenüber am anderen Ende der Leitung kristallklar zu hören; eure Worte werden durch kluge Algorithmen von Störgeräuschen befreit, sodass Telefonate mit dem Xperia XZ mehr als zufriedenstellend sind. Überhaupt scheint Ton dem Telefon zu liegen. Musik wird selbst mit nur mittelprächtigen Kopfhörern wuchtig und dynamisch transportiert, ein Feature erlaubt, dass das Xperia XZ

Leistung und Akku

Qualcomms Snapdragon 820 ist der Motor des Xperia XZ. Ein zuverlässiger, leistungsfähiger Chipsatz, der den meisten Anwendungen genügt. Zur Seite gestellt werden ihm 3 GB Arbeitsspeicher. Derzeit noch genug für alle gängigen Anwendungen, darf bezweifelt werden, dass die Ausstattung im kommenden Jahr noch für die ganz hungrigen Apps reichen wird. Der Trend geht hin zu sechs bis acht GB in der Klasse der Spitzentelefone, die Apps geben diese Richtung vor.

Im AnTuTu-Benchmark erreichte das Xperia XZ 126.047 Punkte. Damit lag es weit abgeschlagen vom Spitzenreiter-Duo iPhone 7 PlusiPhone 7 (185.106 und 175.076 Punkte) auf Rang 28, respektabel ist die Leistung dennoch. Im Alltag rief das Telefon eh die wenigsten der Ressourcen ab. Selbst bei vielen gleichzeitig geöffneten Anwendungen flutschte der Wechsel zwischen den Anwendungen.

Die Grfaik im 3D-Benchmark kann sich sehen lassen - und läuft flüssig. (Bild: N-Droid.de)

Die Grfaik im 3D-Benchmark kann sich sehen lassen – und läuft flüssig. (Bild: N-Droid.de)

Mit 2.900 mAh ist der Akku ordentlich dimensioniert. Sony-Telefone bis einschließlich des Xperia Z3 optimierten die Akkunutzung durch kluge Einsparfunktionen. Seit dem Update auf Android 6.0 (Marshmallow) ist das passé. Bislang haben die Japaner allenfalls kleine Trippelschritte in die Richtung der Akkuoptimierung unternommen. Für das Xperia XZ gilt dies ebenso. Eine Akkuladung reicht für einen Tag, sofern die Nutzung gemäßigt ist. heißt: keine aufwendigen Spiele, keine allzu hohe Displayhelligkeit, WLAN statt LTE. Ignoriert ihr dies, rasselt der Akkustand gen Null. Dann ist es besonders ärgerlich, das Smart-Device nur mittels des mitgelieferten Netzteils zu laden – 200 mAh sind zu wenig, für die Fast-Charging-Funktion solltet ihr einen 2A-Stecker anklemmen, um es binnen einer Stunde auf 100% zu bringen.