Gigaset GS160: Technik-Vintage mit eigenen Qualitäten

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Der erste Start

Nach dem ersten Start erfolgt die obligatorische Einrichtung des Google-Kontos und der Sicherheitsmerkmale, darunter die Digitalisierung eigener Fingerabdrücke, um das Gerät entsperren zu können. Habt ihr das Prozedere binnen weniger Minuten hinter euch gebracht, kann es losgehen mit der Nutzung des Telefons. Positiv: Gigaset verzichtet als einer der wenigen relativ großen Hersteller auf massivste Bloatware. Eine Tankstellen-App, Wetter-Info und die News der T-Online-Homepage sind vorinstalliert, daneben wird noch ein Link gesetzt, um Gigaset zu entdecken.

Davon abgesehen ist Android 6.0 Marshmallow in nativer Form aufgespielt – samt App Drawer im klassischen vertikalen Design. Geschmackssache, sicherlich. Mir persönlich gefällt ein aufgeräumter Startbildschirm aber besser als vier Seiten vollgekleistert mit Apps und Icons, die ich nicht mehr sehen und gebrauchen kann.

Prozessor und Ausstattung: Alte Technik – ohne Einfluss auf die Alltagsperformance

Wie bereits erwähnt, sind die technischen Daten des GS160 weit hinter dem, was das Preissegment in dieser Geräteklasse bieten sollte. Daraus auf eine unterdurschnittliche Performance zu schließen, liegt nahe, würde dem GS160 aber nicht gerecht. Im Alltag präsentiert es sich trotz des einen Gigabytes an Arbeitsspeicher flott und zuverlässig, öffnet und schließt Apps ohne störende Ladezeiten, aktiviert die Kamera gar schneller als wesentlich teurere Konkurrenzprodukte und nutzt den MediaTek-Prozessor die meiste Zeit im Stromsparmodus.

Hübsch bunt. 3D-Spiele laufen gut auf dem GS160 - ein Top-Performer ist das Handy dennoch nicht. (Bild: N-Droid.de)

Hübsch bunt. 3D-Spiele laufen gut auf dem GS160 – ein Top-Performer ist das Handy dennoch nicht. (Bild: N-Droid.de)

Heißt konkret: Selbst wenn ihr viel surft, Fotos schießt, telefoniert und euch die Daumen mit SMS und WhatsApp-Nachrichten wundtippt, werdet ihr weder vom Prozessor und Arbeitsspeicher ausgebremst, noch müsst ihr das GS160 bereits nach wenigen Stunden an die Steckdose hängen. Acht Stunden oder mehr konnten wir selbst bei intensiver Nutzung aus dem Telefon herauskitzeln. Den 2.500 mAh großen Akku ladet ihr mit dem beiliegenden 1A-Netzteil innerhalb von zwei Stunden auf. Das ist nicht sensationell schnell, bleibt aber auszuhalten.

Ein wenig wird die Sparsamkeit durch massive Drosselung der CPU erkauft – und das schlägt sich zumindest im AnTuTu-Benchmark nieder. Das GS160 bringt es dort auf schmale 29.592 Punkte – obwohl die rechenintensiven 3D-Szenen vergleichsweise flüssig über den Bildschirm flimmern und die anderen Tests ebenso flott vonstatten gehen. Vom Benchmark auf die Alltagstauglichkeit zu schließen, ist also falsch. Im Test mit mehreren 3D-Spielen zeigte das GS160 eine ordentliche Leistung, denn spielbar waren Galaxy of Heroes oder NfS: Most Wanted ohne größere Einschränkungen. Abstriche nehmen mussten wir bei der Darstellung der Schatten oder internen Auflösung, mit welcher die Apps liefen. Für Spieler gibt es dennoch geeignetere Devices.

Konnektivität, Sprach- und Klangqualität – Minuspunkt Vibration

Einen bunten Strauß an Konnektivitätsfunktionen sind auf die Platine gelötet. WLAN im b/g/n-Modus, dazu Bluetooth 4.0 und LTE sind mit an Bord. Inhalte aus dem Netz zu laden ist, ein entsprechendes Netz vorausgesetzt, schnell erledigt. Ein Album bei Google Play Music aufs Telefon zu packen oder Fotos über die Google-Services zu synchronisieren dauert nicht länger als bei Geräten höherer Preisklassen.

Die Sprachqualität ist okay. Weder zu leise, noch zu laut, damit im guten Mittelfeld. Das selbst Gesprochene wird zwar nicht von Umweltgeräuschen „geschützt“, das Mikro ist von Gigasets Ingenieuren jedoch so kalibriert, dass die Stimme fokussiert ist.

So schön all das ist, einen Minuspunkt haben wir. Der verbaute Vibrationsmotor ist etwas zu grob und wuchtig für den Einsatz im filigranen GS160, während des Tippens auf der Tastatur ist das haptische Feedback geradezu störend. Hier gegensteuern zu können? Unmöglich, da hilft nur die Abschaltung.