Softbank kauft ARM für 23,4 Milliarden Pfund

Der japanische Softbank-Konzern hat eine Übernahme des britischen Chip-Entwicklers ARM angekündigt.

(Bild: via acceleratingtech.com)
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ARM stellt zwar selbst keine Chips her, ist aber trotzdem in vielen mobilen Geräten an Bord, denn das Unternehmen entwickelt die Chiptechnologien, die Lizenznehmer wie Apple, Samsung und Qualcomm in ihre eigene Systems-on-a-Chip (SoC) zusammenstellen. Dem britischen Chip-Entwickler steht eine wichtige Veränderung vor der Tür. Laut einer Pressemitteilung haben die Aufsichtsräte von Softbank und ARM für folgende Vereinbarung zugestimmt.

Und zwar wird ARM von Softbank übernommen. Der Kaufpreis beträgt 17 Pfund pro Aktie und liegt somit bei 43 Prozent über dem Börsenwert von ARM. Die Transaktion beläuft sich auf einen Gesamtwert von etwa 23,4 Milliarden Pfund, umgerechnet 27,95 Milliarden Euro. ARM soll nach der Übernahme als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden. Außerdem möchte Softbank am vorhandenen Management-Team und dem auf Partnerschaften basierenden Geschäftsmodell festhalten. Bei ARM sind derzeit über 3.000 Menschen angestellt. In Großbritannien soll die Zahl der Mitarbeiter in den kommenden fünf Jahren verfünffacht werden. Außerhalb des Vereinigten Königreichs soll die Mitarbeiterzahl ebenfalls steigen. Masayoshi Son, Chairman und CEO von Softbank, der die Aufgaben von seinem Investmentchef und designierten Nachfolger Nikesh Arora (früherer Google-Topmanager) übernommen hatte, teilte mit, dass sie ARM schon lange als weltbekanntes und sehr respektiertes Technologieunternehmen bewundern und ARM als „ideale strategische Ergänzung innerhalb der Softbank-Gruppe sehen, um die wichtigen Möglichkeiten, die sich aus dem Internet der Dinge ergeben, zu nutzen.“ Stuart Chambers, Chairman von ARM sagte, dass der Kaufpreis ein „unwiderstehliches Angebot“ sei. Weiter heißt es: „Softbank hat versichert, dass es erheblich in das Geschäft investieren und ARMs einmalige Kultur und Geschäftsmodell erhalten wird. Das Board of Directors glaubt, dass die Ressourcen, die Softbank zu bieten hat, ARM helfen werden, die Nutzung von ARM-basierten Technologien zu beschleunigen, egal wo Computing passiert.“

Softbank ist unter anderem in Japan und den USA aktiv und betreibt Mobilfunknetze. Außerdem verkaufte Softbank in den vergangenen Monaten Anteile an dem chinesischen Internetkonzern Alibaba und konnte so zehn Milliarden US-Dollar einnehmen. Durch den Verkauf von Anteile an dem finnischen Spielehersteller Supercell Oy an Tencent aus China dürfte Softbank über sieben Milliarden US-Dollar eingenommen haben. Als Grund für die jetzige Übernahme von ARM könnte dafürsprechen, dass nach dem Brexit der Kurs des britischen Pfunds stark gefallen ist.

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