Vom Smartphone zum Druck: So gelingt’s.

Smartphones sind praktisch und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken? Stimmt schon, nur haben sie in einem Punkt dem klassischen PC gegenüber einen Nachteil: Seiten, Bilder oder Dokumente zu drucken ist umständlich, manchmal schier unmöglich.

Zeit also, einmal den Blick aufs Analoge und den Druck zu richten. Android bietet interessanterweise einige Schnittstellen, um vom Smartphone aus zu drucken. So einfach wie am PC ist es dennoch nicht, was möglicherweise auch daran liegt, dass Smartphone und Tablet primär kaum zum Bearbeiten von Dokumenten genutzt werden und somit auch die Druckfähigkeiten stiefmütterlich behandelt werden. Kommt es dann doch vor, dass ihr eine PDF oder ein Bild an den Drucker senden wollt, seht ihr euch mit Problemen konfrontiert. Für den schnellen Ausdruck reicht der Copy Shop um die Ecke, doch bei hochwertigen Drucksachen solltet ihr auf andere Mittel zurückgreifen können.

Option 1: Drucksachen via Google Cloud an den Drucker senden

Wie fummelig die Einrichtung des Druckers sein kann, wollen wir zunächst an Google Cloud-Lösung demonstrieren. Habt ihr einen Drucker, der nicht cloudfähig ist, müsst ihr zunächst den Chrome-Browser über euren PC öffnen. Gebt oben in die Adressleiste chrome://devices ein und fügt einen klassischen Drucker hinzu. Sodann werdet ihr auf die nächste Seite weitergeleitet und klickt dann auf jenen Drucker, den ihr nutzen wollt. Obacht: Auch eine Sendenfunktion an Dienste wie OneDrive von Microsoft verstehen die meisten Desktop-Betriebssysteme als Druck.

Habt ihr das erledigt, ist der Drucker automatisch mit dem aktivierten Google-Konto eures Chrome Browser verknüpft. Was ihr nun noch benötigt, ist die App Cloud Print für euer Smartphone, welche als Dienst die zu druckenden Daten an euren Rechner weiterleitet, der diese wiederum an den Drucker weitergibt. Chrome-Browser und Cloud Print-App fungieren demnach nur als Proxy.

Ein Nachteil ist, dass für jeden Druck euer Rechner eingeschaltet sein muss. Ein weiteres Manko ist die Druckqualität. Da sich über den Dialog keinerlei Einstellungen vornehmen lassen, müsst ihr mit dem vorlieb nehmen, was der Drucker ausspuckt. So kam es im Test vor, dass eine Seite vom Hoch- aufs Querformat gelegt wurde und sich eindeutige Schlieren zogen, die wir im zweiten Druck direkt über den Rechner nicht feststellten.

So richtet ihr Google Cloud Print ein

Option 2: Drucken mit App

In vielen Fällen funktioniert der Druck via Cloud aber schlicht nicht – oder ihr habt den PC nicht eingeschaltet, dann ist eh Essig. Dann solltet ihr die zweite Option checken und eine offizielle Druck-App installieren. Google Play ist logischerweise die erste Anlaufstelle. Meist kommt ihr schon zur App, indem ihr einfach das Fabrikat eures Druckers eingebt.  Die App flott installiert, ist es entweder schnell erledigt, den Drucker zu finden und einzurichten, oder aber bereits wieder Endstation, da euer Gerät von der App nicht erkannt wird.

In diesem Fall helfen Anwendungen wie Printbot, da sie nicht nur wesentlich mehr Treiber nachladen, sondern auch generische Treiber besitzen – mit denen könnt ihr meistens einen Drucker ansprechen, auch übers Netzwerk. Generell enttäuschten uns die verschiedenen Apps aber. Mal wurde das Format gewechselt, ein andermal hatten die Farben einen Stich oder waren schlicht zu blass. An Einstellungsmöglichkeiten mangelt es den Apps also – und Drucksachen bleiben über diesen Weg mehr oder weniger Glückssache. Ob sich die Hersteller dazu herablassen, nachzubessern? Eher nicht, schließlich sind die Anwendungen lediglich ein kostenloser Service, der sich kaum rentieren dürfte.

Option 3: Drucken über einen externen Dienst

Services wie viaprinto eignen sich nicht für den schnellen Ausdruck, aber zur Veredelung eigener Druckerzeugnisse - auch vom Smartphone aus.
Services wie viaprinto eignen sich nicht für den schnellen Ausdruck, aber zur Veredelung eigener Druckerzeugnisse – auch vom Smartphone aus.

In unserem Test stießen wir dennoch auf einige Probleme. So war unser redaktionsintern genutzter Drucker Brother DCP-195c nicht anzusteuern, weder über die Fritz-Box, noch über einen CUPS-Server, den wir mit dem Raspberry Pi einrichteten. Und überhaupt ist die Qualität über die meisten Druckdialoge mies. Als dritte Möglichkeit blieben noch externe Dienstleister, etwa CEWE Fotobuch, oder viaprinto. Die Qualität der genannten Unternehmen ist recht unterschiedlich. CEWE ist für Privatkunden mit Schnappschüssen oder einem Fotoalbum ideal und wurde von uns vor einigen Monaten getestet. Für Dokumente, den Druck ausgefeilterer Layouts oder Veröffentlichungen in größerer Auflage empfiehlt sich hingegen viaprinto.de. Dort findet ihr vom Buch, über die Broschüre, den ordinären/weniger ordinären Flyer, individuellen Blöcken und Schildern allerlei Möglichkeiten, eure Drucksachen zu veredeln. Die Preise können sich hierbei sehen lassen. 100 Flyer auf 135g-Papier für 19,90 € – und das inklusive Lieferung? Fair.

Die Nachteile des Drucks durch externe Dienstleister sind klar: Für den schnellen Ausdruck von Dokumenten lohnt sich der Auftrag nicht, auch sind Brief und Co. sicher in so kleiner Auflage zu drucken, dass der Heimdrucker genügt. Für die größeren Auflagen jedoch oder die Veredlung besonders gelungener Fotos, der Publikation wissenschaftlicher Abschlussarbeiten oder fürs Abijahrbuch eignen sich viaprinto.de und Co. wesentlich besser.