Paydirekt: Android-App schon im Play Store, Dienst noch im Testbetrieb

Paydirekt ist die Antwort deutscher Banken auf PayPal und soll noch Ende diesen Jahres in Betrieb gehen, „nur“ 10 Jahre nach dem Konkurrenten.

Die App zum paydirekt-Bezahlverfahren bietet nicht viele Funktionen. Das ist aber beim derzeitigen Stand des Dienstes auch noch nicht notwendig, da dieser bisher noch intern getestet wird.

Mit der App lassen sich Zahlungen überblicken, Transaktionen in Echtzeit einsehen und Benachrichtigungen aktivieren. Zahlungen lassen sich über die App nicht tätigen, dafür können aber potentielle Betrugsfälle gemeldet werden, was auch immer das bedeuten mag. Außerdem lässt sich das appTAN-Verfahren nutzen.

Paydirekt Screenshot 1 Paydirekt Screenshot 2 Paydirekt Screenshot 3

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In einem Interview mit heise.de haben die Geschäftsführer der paydirekt GmbH einige Fragen versucht zu beantworten. Über die derzeitigen Schwächen des Systems konnten sie jedoch nicht hinwegtäuschen.

Paydirekt ist eine Schnittstelle zwischen Banken und Händlern. Es werden Werkzeuge zur Verfügung gestellt über die Händler das Bezahlsystem auf ihren Online-Präsenzen einbinden können wodurch Kunden die Möglichkeit haben, mit ihrem normalen Konto zu bezahlen, solange sie sich dafür angemeldet haben. So bleiben alle Daten bei der eigenen Bank. Allerdings muss jeder Händler mit sieben verschiedenen Banken verhandeln zu welchen Konditionen der Dienst genutzt werden kann. Die Geschäftsführer konnten auch nicht ansatzweise einen Gebührenrahmen nennen sondern beriefen sich auf den „Regulator“ der es verbiete, Gebühren festzulegen.

Zu den Vorteilen konnten die Geschäftsführer auch noch nicht so viel ins Feld führen. Gegenüber Paypal wird hauptsächlich der Datenschutz genannt, der sicher ein gutes Argument ist, aber wohl niemanden von einem Wechsel überzeugen wird, wenn die Rahmenbedingungen nicht passen, sprich die Handhabung ähnlich einfach ist wie bei der Konkurrenz. Features wie Käuferschutz oder internationale Bezahlmöglichkeiten sind noch Zukunftsmusik. Auch Kreditkarten lassen sich nicht anbinden. Zudem sind Sparkassen bisher noch nicht an dem Projekt beteiligt, sollen aber im nächsten Jahr eingebunden werden.

Paydirekt muss nicht nur gegen die große Konkurrenz aus den USA bestehen, sondern es gibt mit giropay auch hier zu Lande schon eine Alternative, die zwar vom Handling etwas komplexer ist, aber den Datenschutz auf gleiche Weise schützt.

Zur Zeit befindet sich paydirekt in einer ersten Test-Phase. Einige Banker können anscheinend in den wenig bekannten Online-Shops D-Living und Sport Tiedje einkaufen, vorrausgesetzt sie sind bei einer der drei teilnehmenden Banken Hypovereinsbank, comdirect oder Commerzbank.

Man kann nur hoffen, dass sich da noch einiges tut, denn grundsätzlich wäre die direkte Anbindung eines solchen Dienstes an die Hausbank eine tolle Idee um Gebühren und Daten zu sparen und trotzdem die Einfachheit und Sicherheit von PayPal zu gewährleisten.

(via heise.de)