Antibakterielles Gorilla Glass entwickelt

Wer hätte es gedacht: Smartphones sind wahre Bazillenschleudern! Bakterien, Pilze, Viren – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Corning, Hersteller des Gorilla Glass, hat mit dem „Antimicrobial Gorilla Glass“ das erst antibakterielle Display, quasi das Penizillin der Generation Smartphone, entwickelt.

Eine Gruppe Biologiestudenten der Universität in Guildford untersuchte Anfang des Jahres Smartphones von, zufällig aus dem Alltag gegriffenen Benutzern – das Ergebnis der Studie ist ekelerregend. Die technischen Geräte sind nicht nur Mekka der gewöhnlichen Bakterien, die es sich auf der menschlichen Haut gemütlich machen, sondern bieten ebenso wirklich gefährlichen Keimen ein gemütliches Zuhause. Die Studenten fanden unter anderem den „Staphylococcus aureus“ Erreger, der frei nach Laune Lungenentzündungen verteilt, und einen Verursacher von Lebensmittelvergiftungen. Jedes sechste Gerät wies zudem Spuren von Fäkalien auf. Nett zu wissen: Unsere lieben Smartphones sind im Durchschnitt dreckiger als die meisten Toiletten.

Nicht nur Apples iPhones, auch Android Smartphones geben tolle Bakterien-Partys. (Bild: t3n.de)
Nicht nur Apple iPhones, auch Android Smartphones geben tolle Bakterien-Partys. (Bild: t3n.de)

Aber wen wundert das noch? Ob in den öffentlichen Verkehrsmitten, im Restaurant oder auf dem Klo – die Smartphones sind fast ständiger Begleiter ihrer Besitzer. Die Firma Corning, Entwickler des Gorilla Glass, haben jedoch die Lösung für das Problem parat: das sogenannte „Antimicrobial Gorilla Glass“ soll dank einer speziellen Beschichtung aus ionischem Silber dauerhaft keimfrei bleiben. Das Wachstum von Bakterien und Co. soll durch die neue Schicht ab sofort unmöglich gemacht werden. Was das Plus an Hygiene allerdings in der Herstellung kosten soll, dazu gibt es bislang keine genaueren Informationen.

Bereits im Laufe diesen Jahres sollen erste Geräte mit dem antibakteriellem Display auf den Markt kommen. Auf der IFA 2015 in Berlin erfahren wir sicher mehr zu Cornings neuster Entwicklung, ebenso wie zu den Smartphones die damit ausgestattet werden sollen. Bis das neue Display erste Nutzer vor Infektion bewahren kann, heißt es putzen! Einweg-Brillenputztücher eignen sich hervorragend zum Reinigen der Oberflächen, ein feiner Pinsel fegt Klinkenbuchse und USB-Port wieder blitzeblank.

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